Alte Schule
La Vita è Bella I Marco Mercuri

Alte Schule

In Margareten ist das La Vita è Bella eine Institution – und Marco Mercuri ihr Gesicht. Vor 20 Jahren hat der Vollblutbarista das Lokal eröffnet. Wenn es nach ihm geht, steht er in 20 Jahren immer noch drin. Das Holz der Bar, die Weine aus dem Familienbetrieb im Veneto, die kleine Küche, in der Marco seine kleinen, feinen Gerichte frisch zubereitet, – all diese Dinge erzählen Marcos Geschichte. Es ist die Geschichte von einem, der zuhören kann. Die Geschichtes eines Gastfreundes.

Marco über …

… die Anfänge: Ich habe mit 14 in der Gastronomie angefangen. Zuerst in Rimini, später im Veneto auf Saison. Im Sommer war ich in Jesolo, im Winter in Cortina. 7 Tage die Woche 14 Stunden am Tag, sehr hart war das. Aber es hat auch Spaß gemacht, weil die Leute im Urlaub waren und entspannt. Mit ihren Sorgen und Problemen kommen sie eher im Berufsalltag zu dir.

… Trends und Tradition: Ich mag das Abendgeschäft, weil die Leute mehr Zeit haben und nicht mehr schnell abgefertigt werden wollen. Bei mir wird frisch gekocht, ein Nudelgericht dauert 20 Minuten und die Gäste sollen sich die Zeit nehmen, um zu genießen. Ich bin noch von der alten Schule, dass man seinen Kaffee im Sitzen genießt und nicht to go. Das finde ich eine Unart. Es gibt viele Trends in der Gastronomie. Manche kommen immer wieder, manche nie mehr, ein bisschen wie in der Mode. Das Traditionelle, das Typische bleibt. 

… geborene Gastronomen: Gastronomie ist ein vielseitiger und schöner Beruf. Man lernt ihn nicht, man muss wahrscheinlich dafür geboren sein. Die Gastfreundschaft ist uns Italienern angeblich angeboren, wobei natürlich auch nicht allen. Man muss das wollen. Die Zeit hat mir das bestätigt. Jetzt bin ich fast 20 Jahre selbstständig. Mein Opa hat immer gesagt, man muss die Kälte des Winters kennen, um den Sommer genießen zu können. Und in jedem Beruf gibt Höhen und Tiefen, nicht nur in der Gastronomie.

… Gastfreundschaften: Es gibt Stammgäste, die immer dieselbe Geschichte erzählen und andere, deren Geschichte  ich mitverfolgen muss. Die wünschen sich das. Manche Stammgäste werden zu Freunden, auch weil du ihre Geschichte teilweise seit 20 Jahren kennst. Geschichten, die mich interessieren, merke ich mir. Bei anderen habe ich zwei Ohren, beim einen rein, beim anderen raus. Als Gastronom bist du manchmal Psychologe oder Priester, wie man so schön sagt: zuständig für die Beichte und die Absolution. Ich mag das. 

 

Nice to meet you

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