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Karawanserei
Samarkand, Taschkent, Orient – im KARAV…

Karawanserei

Samarkand, Taschkent, Orient – im KARAVAN leben diese Namen aus 1001 Nacht kulinarisch wieder auf. Amin und seine Eltern haben sich im 2. Bezirk ein Stück Usbekistan nach Wien geholt. Es gibt Teigtaschen – gedämpfte Manti und gebackene Samsa mit verschiedenen Füllungen. Es gibt Plov nach Sarmakander Art, ein besonderes Reisgericht. Es gibt Limonaden, spezielle Tees, aber vor allem ein Stück Gastfreundschaft und Auszeit mitten in Wien.

Amin mit Papa Rahmatson über…

… Karavan: Wir bieten usbekische und zentralasiatische Speisen an. Meine Eltern haben das Restaurant gemeinsam mit mir aufgebaut. Im Juni ist es ein Jahr alt geworden. Für meine Eltern war ein eigenes Lokal schon lange ein Traum. 2009 hatten sie schon einmal ein kleines Restaurant im 1. Bezirk, aber damals war unsere Küche in Wien noch nicht so bekannt.

Heute ist das anders. Es leben mehr Menschen aus unserer Region in Wien, und auch viele Gäste aus russischen oder ukrainischen Familien kennen und mögen unsere Speisen. Gleichzeitig entdecken immer mehr Wienerinnen und Wiener diese Küche für sich.

… die Idee: Viele unserer Gerichte dauern zu Hause sehr lange. Wenn man sie essen wollte, war es in Wien nicht so einfach, ein Lokal zu finden, das uns wirklich überzeugt hat. Irgendwann haben wir uns gedacht: Warum machen wir es nicht selbst?

Besonders schön ist es, wenn Gäste aus zentralasiatischen Ländern zu uns kommen und sagen, dass es nach Heimat schmeckt. Manche haben bestimmte Gerichte lange nicht gegessen. Wenn sie dann glücklich sind und unser Essen ihnen schmeckt, macht mir das sehr viel Freude.

… Plov: Plov ist eines der typischsten Gerichte aus Usbekistan. Bei uns wird oft gesagt, der beste Plov kommt aus Usbekistan – aber auch dort schmeckt er nicht überall gleich. Es kommt darauf an, aus welcher Stadt man kommt.

Wir machen unseren Plov nach Samarkander Art. Dabei kommt zuerst Öl in den Topf, dann Fleisch und Zwiebeln, danach Karotten und Reis. Alles wird geschichtet und gemeinsam gedämpft beziehungsweise gekocht. In Taschkent wird Plov anders gemacht: Dort werden die Zutaten eher separat gekocht und am Ende gemischt. Natürlich sagt jede Stadt, dass ihr Plov der beste ist.

… Teigtaschen und Suppen: Wir haben auch Samsa und Manti. Das sind Teigtaschen, die man in Usbekistan auch als Snack auf der Straße kaufen kann. Schnell essen, schnell weitergehen – aber geschmacklich sehr aromatisch und würzig. Außerdem gibt es bei uns eine intensive Nudelsuppe mit vielen Gewürzen. In Usbekistan kann sie ordentlich scharf sein. In Wien passen wir die Schärfe etwas an, weil das nicht jeder verträgt. Wer es schärfer möchte, bekommt extra Chili dazu.

… den Familienbetrieb: Mit der Familie zu arbeiten ist schön, aber nicht immer leicht. Man sieht sich jeden Tag. Wenn man mit Kolleginnen oder Kollegen einmal Ärger hat, vergisst man das vielleicht nach ein paar Tagen. In der Familie nimmt man Dinge schneller persönlich und trägt den Ärger auch nach Hause. Man müsste Restaurant und Privates trennen, aber das ist nicht einfach. Trotzdem ist es etwas sehr Schönes, gemeinsam daran zu arbeiten.

… den Weg zum Lokal: Wir haben sicher zwei oder drei Jahre nach einer passenden Location gesucht. Irgendwann haben wir gesagt: Wir müssen anfangen, irgendwo. Am Anfang war vieles schwer, für mich war das alles neu. Ich habe unterschätzt, wie viel Arbeit in so einem Restaurant steckt. Auch im Lokal selbst mussten wir einiges umbauen. Zum Beispiel gab es zwischen den Säulen noch eine Wand, die weg musste. Das war nicht einfach.

… Getränke: Bei uns wird viel Tee getrunken. Wir haben auch eine usbekische Teesorte mit schwarzer Zitrone und Honig, die besonders im Winter beliebt ist. In unserer Kultur trinkt man Tee nicht nur, wenn es kalt ist – auch bei 40 Grad.Außerdem kennen viele Gäste georgische Limonaden, etwa Estragonlimonade. Solche Getränke sind in vielen zentralasiatischen Ländern verbreitet. Alkohol gibt es bei uns nicht.

Nice to meet you