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Big Mama
Das MMM ESPRESSO ist eine Institution…

Big Mama

Das MMM ESPRESSO ist eine Institution. Und zwar nicht erst, seit die Beisl-Szenen des Films „Rickerl“  hier gedreht wurden – mit dem legendären Voodo Jürgens in der Hauptrolle. Ab den 1990ern war das MMM Anlaufstelle für Leute aus dem früheren Jugoslawien. Seit einigen Jahren stoßen Studierende vom nahen Yppenplatz dazu – angelockt von den Preisen, der urigen Atmosphäre und der Gastfreundschaft von Wirtin Svetlana. 

Eigentlich kommen alle wegen ihr. Svetlana ist die Seele des Lokals. „Es liegt mir im Blut“, sagt sie. Mittwochs gibt es Karaoke, am Wochenende Live-Musik. Sonntags wird für Gäste umsonst gekocht. Und Šljivo aus Serbien gibt es auch. Dass nicht zu viel geschnapselt wird und womöglich noch Politik ins Spiel kommt, darauf schaut Big Mama Svetlana schon. Es gibt schließlich schönere Themen.

Und falls Voodo Jürgens wieder einmal im MMM vorbeischauen oder spielen wollte: Er ist jederzeit herzlich willkommen!

Svetlana über…

… das MMM Espresso: Ich bin Svetlana und arbeite hier allein. Ich bin Chefin, Kellnerin, mache eigentlich alles. Mein Mann hat zuerst ein Lokal beim Westbahnhof übernommen, später kam das MMM dazu. Das MMM gibt es schon viel länger, dieses Jahr seit 40 Jahren. Wir haben es vor fünf Jahren übernommen, im November feiern wir also beides: 40 Jahre MMM und fünf Jahre mit uns.

… den Namen: MMM kommt noch von früher. Die frühere Chefin hieß Mitra, dazu kamen Miki und Mirko, deshalb MMM. Der Name ist bekannt, deshalb haben wir ihn gelassen. Lustig ist: In meiner Familie gibt es auch viele Namen mit M. Meine Söhne heißen Marco und Milan, meine Schwiegertochter Maya, und auch bei den Enkelkindern geht es mit M weiter.

… den Weg ins Lokal: Wirt zu werden war eigentlich der Wunsch von meinem Mann. Es war nicht von Anfang an mein Traum. Ich habe ihn unterstützt, zuerst beim ersten Lokal und dann auch beim MMM. Aber irgendwann ist das in mein Blut gekommen: mit Leuten reden, arbeiten, da sein. Heute ist das mein Leben.

… Big Mama: Viele Studentinnen und Studenten kommen zu mir. Ich sage immer, ich bin hier wie eine Big Mama. Ich habe viele Kinder. Sie respektieren mich, ich respektiere sie. Wenn große Gruppen kommen, zum Geburtstag oder zum Abschied, dann weiß am Ende jede:r, was getrunken wurde. Ich vertraue den Leuten, und es passt.

… die Gäste: Viele sagen, sie kommen wegen mir. Wenn ich einmal nicht da bin, fragen alle: Wo ist Svetlana? Ich bin fast jeden Tag hier, ohne Ruhetag, ohne Feiertag. Manchmal komme ich ein bisschen später, aber am Abend bin ich immer da. Das Lokal lebt davon, dass man sich kennt und dass die Leute sich willkommen fühlen.

… Karaoke und Live-Musik: Mittwoch ist bei uns Karaoke. Freitag, Samstag und Sonntag gibt es Live-Musik. Freitag und Samstag ab 21 Uhr, Sonntag ab 16 Uhr. Die Musik ist viel aus der Jugo-Community, aber bei uns gibt es keine Grenzen: Kroatien, Serbien, Mazedonien, alle zusammen. Politik hat im Lokal nichts verloren.

… Sonntagessen: Am Sonntag koche ich selber, und das Essen kostet nichts. Da kommen Stammgäste, aber auch Studentinnen und Studenten. Ich koche, was gerade passt: Bohnensuppe, Sarma, Gulasch oder manchmal auch Schnitzel auf meine Art. Das ist viel Arbeit, aber ich mache es gern.

… Rakija: Rakija ist Medizin. Einer, nicht mehr. Unser Rakija kommt aus Serbien, und für mich ist das etwas Natürliches. Šljivovica ist Zwetschkenschnaps, und aus unserer Ecke kommt sehr guter. Natürlich sagen andere auch, ihrer ist der beste – aber wer weiß das schon?

… die Fotos im Lokal: Im Lokal hängen viele Fotos von Gästen, früheren und heutigen. Das war schon früher so. Ich habe eine Wand mit alten Fotos gelassen und mache jetzt auch eine neue Wand mit meinem Mann, meiner Familie und den Gästen von heute. Viele fragen schon: Wann kommt mein Foto?

… die Haltung: Bei uns gibt es keine Politik und keine Grenzen. Die Leute sollen zusammenkommen, Musik hören, trinken, essen, feiern und sich wohlfühlen. Das MMM ist nicht groß, aber es hat Platz für viele Geschichten.

Nice to meet you