Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: Fischlokal

Immer wieder Oberwasser

OBERWASSER beliefert die Wiener Gastro seit einigen Jahren mit herausragendem Fisch. Mit der OBERWASSER FISCHBAR hat die Zucht aus den niederösterreichischen Voralpen jetzt endlich ihr eigenes Fischlokal. Seit Mai 2026 bespielt Oberwasser das ehemalige Goldfisch in der Lerchenfelder Straße 16. Hier kann man Forelle und Saibling für zu Hause kaufen – oder gleich vor Ort als essen. Verantwortlich für das Lokal ist Kai, der für Oberwasser auch den Vertrieb an die Wiener Gastronomie betreut und seine Leidenschaft für Fisch in Hamburg entdeckt hat.

Kai über …

… sich: Ich komme aus einem kleinen Kaff in Süddeutschland, bin aber halber Österreicher. Ich wollte in die Gastronomie und bin auf einer Tourismusschule in Innsbruck gelandet. Nach meiner Ausbildung ging ich zum Arbeiten nach Wien und später mit meiner Frau nach Hamburg.

Mit 21 mochte ich noch überhaupt keinen Fisch. Zwei Jahre später habe ich mich dann sehr intensiv damit beschäftigt. Das Schlüsselerlebnis war, als ich in Hamburg zum ersten Mal wirklich hochwertigen Fisch verarbeitet und gegessen habe. Plötzlich dachte ich: Wow, warum schmeckt mir Fisch eigentlich so gut, obwohl ich die ganze Zeit geglaubt habe, dass ich ihn nicht mag?

Als Koch habe ich mich schließlich bewusst auf Fisch spezialisiert. Mir war es lieber, in einem Bereich wirklich gut zu werden, als flächendeckend alles ein bisschen zu können.

 … Oberwasser: Oberwasser ist eine Fischzucht aus Niederösterreich. Wir züchten Forellen und Saiblinge in einer sehr schönen, modernen Anlage und versuchen, wirklich zeitgemäß und nachhaltig Fisch für die Gastronomie zu produzieren. Über die Jahre haben wir uns eine tolle Kundschaft in Wien aufgebaut. Von deren Gästen kam dabei immer wieder die Frage: Wo kann man euren Fisch eigentlich kaufen?

Da kam mein Steckenpferd zur Geltung, weil ich selbst aus der Gastronomie komme. Als sich die Möglichkeit mit diesem wunderschönen Lokal ergeben hat, haben wir gesagt: Machen wir es. Treten wir direkt mit den Leuten in Kontakt.

… die Fischbar: Wir haben ein bestehendes Fischgeschäft übernommen: Hier war zuvor der Goldfisch, den wir auch schon beliefert haben. Im Sommer wird noch einiges umgebaut. Wir bekommen neue Tische und Bänke und holen das Lokal gestalterisch ein bisschen mehr auf Oberwasser – weg vom mediterranen Flair, hin zu Niederösterreich.

Wir möchten zeitgemäß arbeiten und für die Leute zugänglich sein. Es soll weniger Firlefanz geben, dafür einen richtig guten Fisch auf dem Teller. Man kann den Fisch frisch aus der Vitrine mit nach Hause nehmen und selbst zubereiten oder ihn direkt bei uns essen.

… Fischstäbchen: Wir wollen Essen machen, das Spaß macht. Fischstäbchen haben als Kind wahrscheinlich fast allen Spaß gemacht. Man kennt sie, man mag sie und man kann sie mit den Händen essen. Gleichzeitig würde ich die klassische Tiefkühlvariante meinem eigenen Kind heute nicht mehr unbedingt mit gutem Gewissen geben.

Also machen wir auch Fischstäbchen aus unserem Fisch. Mit einer geilen Sauce und Forellenkaviar obendrauf wird aus der vermeintlichen Kindermahlzeit plötzlich etwas Anspruchsvolles. Auf der Karte stehen aber auch Tempura-Sandos mit frittierter Goldforelle, das sind japanisch inspirierte Sandwiches, oder Lachsforellen-Tatar mit Pommes frites und saisonale Ceviche-Variationen.

…die Fische: Das Besondere ist, dass wir echte Direktvermarkter sind. Das ist gerade bei Fisch in Wien nicht unbedingt üblich. Wir können mit einer Kiste in ein Restaurant gehen und sagen: Dieser Fisch ist vor wenigen Stunden noch geschwommen.

Weil wir alles selbst produzieren, können wir eine sehr konstante Qualität auf einem hohen Niveau liefern. Unsere Fische schmecken glasklar, sehen schön aus und ermöglichen es den Köchinnen und Köchen, verlässlich mit dem Produkt zu arbeiten. Das spüren am Ende natürlich auch die Gäste auf dem Teller.

Wenn wir ein neues Restaurant beliefern, kommt manchmal die Frage, warum der Fisch bei einem anderen Lieferanten günstiger wäre. Dann erklären wir, was hinter unserem Produkt steckt.

… Fisch für alle: Der Fisch wird in Österreich gezüchtet, entspricht österreichischen Qualitätsstandards und die Menschen, die daran arbeiten, bekommen faire Gehälter. Trotzdem wollen wir nicht in eine abgehobene Luxusschiene. Wir behaupten nicht, dass unser Fisch das seltenste und edelste Produkt der Welt ist. Unser Fisch soll für alle da sein. Jede und jeder soll einen richtig guten Fisch mit gutem Gewissen essen können.

… Koch-Events: Durch unsere Arbeit als Gastronomielieferant haben wir viele tolle Kontakte. Diese möchten wir auch in der Fischbar sichtbar machen. Andere Köchinnen und Köche sollen den Laden als Bühne nutzen können, genauso wie andere Produzentinnen und Produzenten.

Wir wollen zeigen, welche schönen Produkte es in unserer Umgebung gibt. Dabei geht es nicht darum, uns als besonders kreative Köche zu inszenieren und vorzuführen, was wir alles auf dem Kasten haben. Unser Handwerk steckt in der Qualität der Fische. Diese Qualität möchten wir auf dem Teller zeigen – mit einfachem Essen und einem hohen Anspruch.

… den Knochenjob: Ich durfte in den vergangenen Jahren den Vertrieb für Oberwasser machen und stehe dadurch häufig im Vordergrund. Trotzdem bin ich nur ein Teil des Ganzen.

Eine Fischzucht ist Landwirtschaft und ein absoluter Knochenjob. Teilweise bedeutet das Betreuung rund um die Uhr und bis tief in die Nacht, weil die Tiere diese Aufmerksamkeit brauchen. Hinter jedem Fisch stehen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sehr viel Herzblut und Leidenschaft in ihre Arbeit stecken.

Es ist schön, dass wir unseren Fisch jetzt in Wien präsentieren und mit den Gästen Spaß haben können. Wir möchten aber auch vermitteln, wie anspruchsvoll seine Herstellung ist und wie viele Menschen daran beteiligt sind.

Butter bei die Fische

Ende 2025 haben Sebastian und Viktoria das WULFISCH ums Eck vom Karmelitermarkt übernommen und umgekrempelt. Das neue Wulfisch ist Weinbar mit Schwerpunkt auf regionale und deutsche Weine. Die Beiden kennen viele regionale Produzent:innen und legen Wert auf neue Produkte wie das gemeinsam entwickelte Fisch Sucuk von Oberwasser (die derzeit den besten Fisch liefern) oder auf Mett-Ideen mit Fleisch von Lukis Kärntner Biohof.

Und sie entwickeln Konzepte für Pop-ups und Events wie kitchen takeovers. Also Butter bei die Fische: was Sebi und Viki Spaß macht, wird umgesetzt. Vikis Hamburger Wurzeln und Sebis (Ober-) österreichische Erdung tragen mit einer gehörigen Portion #wienliebe zur Ideenfindung bei. Bleibt also alles im Fluss.

Sebi und Viki (mit Luki, links) über…

… sich: Wir sind ein österreichisch-deutsches Duo mit Hamburg-Wurzeln und Wien-Bezug. Die Gastro begleitet uns beide schon lange, auch wenn unsere Wege unterschiedlich begonnen haben. Für uns ist das Wulfisch ein Herzensprojekt. Wir machen Dinge, weil wir Lust darauf haben – und weil wir gerne mit Menschen in Austausch kommen.

… das Konzept: Kurz gesagt: Fisch und Wein. Aber wir sehen uns nicht als starres Fischbistro. Natürlich gibt es Fischbrötchen, Feinkostsalate und eine klare norddeutsche Linie. Gleichzeitig entwickeln wir immer wieder neue Gerichte, arbeiten saisonal und regional und lassen auch Pop-ups zu, bei denen vegetarisch, vegan oder ganz anders gekocht wird. Wulfisch darf sich bewegen.

… gute Produkte: Uns ist wichtig, erzählen zu können, woher die Dinge kommen. Wenn ein Gast fragt, wollen wir nicht nur sagen: Das schmeckt gut. Wir wollen wissen, wer es gemacht hat, woher es kommt und warum es auf unserer Karte ist. Das gilt für Fisch, Fleisch, Gemüse, Brot und Wein gleichermaßen.

… Luki und das Mett: Manche Ideen entstehen, weil die richtigen Menschen zusammenkommen. Unser Kollege Luki hat in Kärnten einen Biohof – und damit Produkte, bei denen Herkunft und Vertrauen stimmen. So ist auch die Idee entstanden, einmal Mettbrötchen zu machen. In Norddeutschland gehört Mett ganz selbstverständlich zur Esskultur, in Wien ist es für viele noch erklärungsbedürftig. Wenn dann klar ist, woher das Fleisch kommt und wer dahintersteht, wird daraus ein stimmiger Teil unseres Konzepts.

… Fisch Sucuk: Fisch Sucuk ist eines dieser Produkte, die aus Lust und Zusammenarbeit mit Oberwasser entstanden sind. Klassische Sucuk ist eine würzige Rinderwurst. Unsere Version kommt vom Fisch: viel Filet, Gewürze, Chili, eine gewisse Schärfe. Im Brötchen kommen Krautsalat, pikante Ezme-Vinaigrette, Petersilie und ein frisches Bäckerbrötchen dazu. Es ist vertraut und neu zugleich – und passt genau deshalb gut zu uns.

… die Küche: Unsere Salate und Rezepte entstehen im Team. Anna ist die wichtigste Person in der Küche. Vieles wird in der Früh frisch vorbereitet, damit es am Nachmittag und Abend funktioniert. Wir versuchen, Ideen so zu entwickeln, dass sie gut umsetzbar sind und trotzdem speziell.

… Pop-ups und Events: Wir arbeiten gerne mit befreundeten Köchinnen, Köchen und Menschen zusammen, die Lust haben, etwas auszuprobieren. Manchmal sind das Profis, manchmal Hobbyköche. Dann wird das Wulfisch zur Bühne. Dadurch kommen neue Communities herein, neue Ideen auf den Tisch und neue Kombinationen zustande. Genau daraus lebt das Wulfisch: Fischbistro im Alltag, Spielwiese im besten Sinn, wenn sich eine gute Idee anbietet.

… Wein: Wein ist bei uns kein Nebenthema. Wir sehen uns auch als Weinbar – mit einem besonderen Schwerpunkt auf deutschen Weinen. Riesling ist natürlich wichtig, aber Deutschland kann viel mehr als das. Es gibt großartige Sekte, Burgundersorten, Spätburgunder, Weißburgunder, Chardonnay und viele Regionen, die in Wien noch nicht selbstverständlich auf der Karte stehen. Uns interessiert vor allem die Kombination aus Qualität, Trinkfreude und Preis-Leistung.

… deutschen Sekt: Deutscher Sekt hat ein Imageproblem, das oft gar nicht mehr zum Produkt passt. Wir wollen zeigen, dass da sehr viel Qualität möglich ist – vom zugänglichen Bereich bis zu anspruchsvolleren Flaschen. Gerade im Vergleich zu Champagner kann deutscher Sekt extrem spannend sein, weil man oft sehr viel Qualität und Jahrgangstiefe zu einem faireren Preis bekommt. Das wollen wir nicht belehrend erklären, sondern einschenken.

… gemeinsames Arbeiten: Viele fragen, ob es schwierig ist, privat und beruflich so eng zusammenzuarbeiten. Für uns funktioniert es gut. Wir haben vorher schon gemeinsam gearbeitet, kannten unsere Dynamik und wissen, dass das Wulfisch unser gemeinsames Projekt ist. Manchmal fühlt es sich weniger wie Arbeit und mehr wie unser Wohnzimmer an.