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Schlagwort: Frühstück

Kunst & Kuchen

Fast versteckt in einer Seitengasse im 2. Bezirk zaubert Alexandra MARISCHKA in der gleichnamigen PATISSERIE täglich international inspirierte Kuchenkunst wie Schokotartes und Cheesecakes. Auch regionale Spezialitäten wie die Mohntorte kommen direkt aus ihrer Werkstatt.

Gelernt hat die Konditormeisterin ihr Handwerk im Le Cordon Bleu in Paris – wo seit 1895 „die Kunst der Kulinarik“ vermittelt wird. Was erklärt, warum es die ehemalige Kunststudentin zur hohen Kunst des Backhandwerks verschlagen hat.

Alexandra über …

… sich: Ursprünglich habe ich Kunst studiert, bis ich beim Kellnern in einem Wiener Lokal das Backen für mich entdeckte. Für die „Mari’“ und die „Disco Volante“ backte ich meine ersten Torten, doch ich wollte mehr: Professionell werden. Also ging ich nach Paris, absolvierte den ersten Abschnitt am Cordon Bleu – der legendären Patisserie-Schule, kehrte zurück und machte meinen Konditormeister – weil der französische Abschluss hier nicht anerkannt wird.

… das Konzept: Die Patisserie Marischka war ursprünglich eine reine Werkstatt, die Gastronomiebetriebe belieferte. Doch als Corona alles auf den Kopf stellte, öffnete ich spontan die Tür für Nachbarn. Aus dem spontanen Gassenverkauf wurden feste Öffnungszeiten. Der Name? Ganz einfach: Marischka ist mein ungarischer Nachname, eine Verniedlichung von Maria. Kein Wortspiel, einfach ich.

…  Signature Dishes: Meine Küche trägt einen klaren französischen Einschlag – inspiriert von Paris, aber verwurzelt in Wien. Meine Signature Dishes sind die mehlfreie Schokotarte (ein Stück Frankreich in Wien) und der gebackene, aber cremige New York Cheesecake. Doch am regionalsten ist meine Mohntorte: Touristen, vor allem aus den USA, stehen oft ratlos davor. „Was ist Mohn?“, fragen sie – und sind dann begeistert. Ich setze auf Qualität, nicht auf Masse. Seit ich allein arbeite, bleibt mehr von meiner Leidenschaft übrig – und das schmeckt man.

Der Wump!-Faktor

Im PETI PARI kann man Konditormeisterin Anna bei der Zubereitung ihrer „Viennoiserie“ zusehen. In der offenen Küche stellt Patisserie mit Wiener Twist her: Kürbiskern- oder Mohn-Financiers zum Beispiel, wie die rechteckigen Formen wegen ihrer Ähnlichkeit zu Goldbarren auch genannt werden.

Klassiker sind aber Annas Makronen, Croissants und Pains au Chocolat, deretwegen die Gäste der Legende nach aus ganz Wien kommen und die laut Annas Partner Antonio – der für das Framework verantwortlich zeichnet – den gewissen „Wump!“ haben. Und ehrlich: Die Plunderteig-Kunstwerke sind tatsächlich verdammt gut!

Antonio über …

… sich: Ich heiße Antonio Wallace und gemeinsam mit meiner Partnerin Anna Idzik betreibe ich das Petit Pari. Anna hat schon immer eine Leidenschaft für französische Patissierie  gehabt. Sie hat die Ausbildung zur Konditormeisterin gemacht, und schnell war klar: Wir wollen unser eigenes Café eröffnen.

… das Café: Wir starteten im August 2020 – nicht das einfachste Jahr, aber wir haben es gewagt. Ich kümmere mich um das Marketing, Social Media und die Webseite, während Anna im Hintergrund die magischen Kreationen zaubert.

…die Küche & Produkte: Unsere Signature Dishes sind die Croissants und Makronen. Warum unsere Croissants die besten sind? Wenn du in ein echtes Croissant beißt, macht es „Wump!“ auf deinen Geschmacksknospen – und genau das schaffen Annas Croissants. Es dauert Tage, bis ein Croissant perfekt ist: Der Teig wird vorbereitet, muss rasten, bis er endlich in den Ofen kommt. Unsere französischen Gäste sagen oft, sie hätten selten so gute Croissants gegessen. Und Kinder lieben unsere Makronen – ob eines oder gleich zehn.

…den BeWirt*-Faktor: Gastgeber zu sein ist etwas Besonderes, weil wir unseren Gästen einen schönen Tag bereiten können. Das ist es, was uns antreibt.

In Gras beissen

Das 705 COFFEE ist umzingelt von drei Unis und dem Votivpark – da muss Trendgetränk Matcha natürlich auch auf die Karte. Für Clara hat der japanische Tee anfangs nur nach Gras geschmeckt. Etliche Verkostungsrunden später ist die Jüngste im Team auf den Geschmack gekommen, erzählt sie. 

Das Design des stets rappelvollen Cafés haben Clara, Nicole und Elisabeth bis zu den Tischbeinen selbst entworfen. Es balanciert gekonnt zwischen cozy und funktional. Die Karte ist durchdacht und reicht vom klassischen Frühstück bis zum Kimchi. Der Kaffee hat Barista-Qualität und die Abläufe funktionieren mittlerweile auch bei Hochbetrieb. Beeindruckend.

Clara über …

… sich: Wir sind Clara (22), Nicole (23) und Elisabeth (32) – drei Freundinnen, die aus einer spontanen Idee ein Café gemacht haben. Nicole brachte Gastronomie-Erfahrung mit, Elisabeth betreibt ein weiteres Café im 4. Bezirk, und ich kümmere mich um Social Media und Events. 

Das Café: Wir wollten einen Wohlfühlort schaffen – zwischen Selbstbedienung und klassischem Service. Die Gäste bestellen, wie sie möchten – am Tisch oder an der Theke. Der Name „705“ kommt daher, dass eine der Gründerinnen immer um 7:05 Uhr ihren Kaffee getrunken hat. Ursprünglich wollten wir um 7:05 öffnen, doch das ist gar früh. Unser Standort nahe Unis und dem Votivpark bringt Laufkundschaft, die unsere To-go-Spezialitäten auch in den Park mitnimmt.

Kaffee & Küche: Unser Kaffee ist eine geheime Röstung aus Italien – kräftig, cremig, perfekt für Cappuccino. Wir haben auch einen super Matcha, der mir –Fun-Fact – anfangs gar nicht geschmeckt hat. Für mich hat er nach Gras oder Heu geschmeckt. Mittlerweile bin ich wortwörtlich auf den Geschmack gekommen. Und er ist auch gesund und anregend. Für die Karte haben wir uns überlegt, was wir gerne in einem Brunch-Lokal essen würden. Wir haben Bagels, Sandwiches, Wiener, orientalisches und koreanisch inspiriertes Frühstück, aber auch Cheesecake oder Tiramisu. Jeder findet etwas – von süß bis salzig, von klassisch bis orientalisch.

Hinter den Kulissen: Wir haben alles selbst designt – von der Theke über die Regale, die Tische und den Tischbeinen, sogar die Lüftung mussten wir neu installieren und streichen lassen. Unsere Baristas sind ausgebildet, die Karte durchdacht. Am Anfang war die Arbeitsteilung eine Herausforderung, doch heute läuft es: Eine kümmert sich um Service und Bar, eine um die Küche, ich um Organisation und Marketing.

Wartezimmer au Lait

Das CAFE PRISEMUT versteckt sich in einer Seitengasse beim Naschmarkt. Laufkundschaft gibt es hier kaum, trotzdem ist das Café vor allem mittwochs und donnerstags gut besucht. Denn das sind quasi die Tage der offenen Tür im Therapiezentrum, das von fünf Ergotherapeutinnen betrieben wird. 

In der Ergotherapie geht es grundsätzlich darum, den Alltag trotz Einschränkungen zu bewältigen. „Vernetzt euch!“ lautet deshalb das Motto des Prisemut. Das Wartezimmer wird zum Begegnungsort, an dem auch kostenlose Vorträge zum Thema Alltagsbewältigung stattfinden – gesunder Schlaf oder Medienkonsum zum Beispiel. Dazu gibt es Kaffee vom Siebträger, belegte Brote, Frühstückbowls und frischen Kuchen. 

Lea, Clara und Melanie über …

… sich: Wir sind das Café PriseMUT, betrieben vom gemeinnützigen Verein PriseMUT. Gegründet im Februar 2024 von fünf Ergotherapeutinnen, schaffen wir hier einen Ort, der mehr als nur Kaffee bietet: Ein Sozialcafé, das Eltern und Familien unterstützt, sich austauschen und gegenseitig unterstützen können. Wir dachten uns: Wie schön wäre es eigentlich, ein Wartezimmer zu haben – aber als Café. Unser Fokus liegt auf Eltern, die Kinder mit besonderen Bedürfnissen begleiten – sei es im Autismus-Spektrum, mit ADHS oder anderen Herausforderungen.

… das Café: Unser Café ist für alle geöffnet – besonders an Mittwoch und Donnerstag. Hier finden Eltern, Familien und Nachbarn einen geschützten Raum, um durchzuatmen, sich zu vernetzen und einfach mal abzuschalten. Wir bieten kostenlose Vorträge zu Themen wie Diagnosen, Medienkonsum oder Schlaf, sowie Austauschgruppen für Eltern. Unser Ziel: Hemmschwellen abbauen, Aufklärung leisten und finanzielle Entlastung schaffen – etwa durch vergünstigte Therapieangebote.

… das Konzept: Das Café ist bewusst offen und inklusiv gestaltet. Ja, manchmal hört man Kinderstimmen oder Therapiegeräusche – das gehört dazu! Wir verbinden Gastronomie mit sozialer Verantwortung: Jeder ist willkommen, ob als Gast, Unterstützer oder einfach nur zum Kaffee trinken. Spenden sind freiwillig, aber herzlich willkommen.

… das warum: Wir glauben, dass Begegnung und Austausch heilsam sind. Viele Eltern fühlen sich isoliert oder überfordert – hier finden sie Gleichgesinnte und Unterstützung. Gleichzeitig schaffen wir Bewusstsein für Ergotherapie und zeigen, wie wichtig solche Räume für die Gemeinschaft sind.

Korea-Kult

Das Konzept von KIMCHI&KIPFERL beim Meiselmarkt im 15. Bezirk ist gar nicht so leicht zu erfassen – und eigentlich doch ganz einfach: Neo-Wirtin Silvia hat sich vor Jahren in koreanische Kultur und Gesellschaft verliebt – und family and friends mit ihrem Enthusiasmus angesteckt. 

Das Kimchi & Kipferl ist deshalb Treffpunkt der K-Pop-Army, wie sich die Fans von Kultbands wie BTS nennen. Es gibt abgefahrene Drinks wie Yakult-Sprite und Bananenmilch-Kaffee – beides mit Glitzer (und die Lieblingsgetränke der BTS-Mitglieder). Es gibt klassische Wiener Patisserie und koreanischen Kimchi-Toast.

Es gibt koreanische Kosmetikprodukte und Originalwerke des namhaften koreanischen Künstlers BADBOSS, den Silvia auch vertritt. Und on top gibt’s eine familiäre Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Silvia (Bild rechts mit Lena und BTS-Pappkamerad) über …

… sich: Ich bin Silvia Hofbauer, in Wien geboren, und mein Weg zu Kimchi & Kipferl war kein gerader. Meine Familie hat Wurzeln in der Vojvodina, ich bin mehrsprachig aufgewachsen und kam als Kind nach Wien, wo ich zuerst Deutsch lernen musste. Mit Korea hatte das lange gar nichts zu tun.

… Korea-Bezüge: Der Zugang kam erst später. Eine Freundin hat mir eine koreanische Serie empfohlen, dann habe ich weitere geschaut, mich für die Sprache interessiert und schließlich einen Koreanischkurs gemacht. Mit der Zeit wurde daraus mehr als nur Interesse. Ich bin gemeinsam mit meinem Mann nach Korea gereist und habe dort gemerkt, wie sehr mich das Land, die Menschen und die Kultur ansprechen. Diese Reise hat viel ausgelöst.

Dazu kamen Kontakte in die koreanische Kunst- und Kulturszene. Ich habe Ausstellungen mitorganisiert, arbeite im Künstler-Management und bewege mich seit einiger Zeit stark in diesem Umfeld. Ich begleite unter anderem den Künstler und Produzenten Badboss. Irgendwann war klar, dass ich nicht nur Konsumentin dieser Kultur bleiben will, sondern selbst etwas daraus entstehen lassen möchte.

… das Konzept: Ursprünglich hatte ich über ein Franchise nachgedacht. Am Ende habe ich mich dagegen entschieden und lieber etwas Eigenes entwickelt. Das war die richtige Entscheidung. So ist Kimchi & Kipferl entstanden – als Mischung aus koreanischen und österreichischen Produkten, Geschmäckern und Gewohnheiten. Mir war wichtig, dass das Konzept nicht aufgesetzt wirkt, sondern zu mir passt.

… Küche und Bar: Bei uns gibt es guten Wiener Kaffee, ausgewählte österreichische Produkte und dazu koreanische Einflüsse bei Speisen und Getränken. Ein Bestseller ist der Kimchi-Toast, und auch bei den Drinks greifen wir koreanische Ideen auf. Gleichzeitig soll das Lokal kein reines Trendthema sein, sondern ein Ort, an dem man gern hereinkommt, bleibt und sich wohlfühlt.

… Eigendynamik: Vieles läuft bei uns als Familienprojekt. Meine Kinder helfen mit, meine Mitarbeiter bringen eigene Ideen ein, und auch Menschen aus Korea sind Teil des Teams. Dadurch ist etwas entstanden, das persönlicher ist, als ich es am Anfang geplant hatte. Es ist nicht nur ein Lokal geworden, sondern ein Ort, an dem sich vieles trifft, was mich in den letzten Jahren beschäftigt und begleitet hat.

… das Grätzl: Die Rückmeldungen zeigen mir, dass dafür Platz da ist. Viele sagen, dass so etwas in der Gegend gefehlt hat. Genau das freut mich, weil Kimchi & Kipferl kein kopiertes Konzept sein soll, sondern ein Lokal mit eigener Handschrift.

Brunch n‘ crunch

Von klein auf im Wirtshaus groß geworden, erfüllt sich Antonia Stangl in Graz ihren Traum: Mit der GRANOLA COMPANY bringt sie amerikanische Brunchkultur, Burger und ein Stück Los-Angeles-Feeling in die Murstadt. Begonnen hat alles mit gerösteten Knuspermüsli in allen möglichen Varianten.

Antonia über …

… sich: Ich heiße Antonia Stangl, bin Unternehmerin aus Graz und ein echtes Wirtshaus-Kind. Meine Eltern führten bereits ein Restaurant, ich habe die HLW Schrödinger besucht und mit einem Lehrabschluss in Küche und Service auch die klassische Ausbildung durchlaufen. Für mich war daher klar: Ich wollte nicht nur in der Gastronomie bleiben – ich wollte mein eigenes Lokal eröffnen.

… das Konzept: Diesen Traum habe ich mir mit der Granola Company erfüllt. Die Idee stand schon lange fest: All Day Brunch und US-amerikanische Küche wie Burger, erweitert um Speisen, die von internationalen Klassikern inspiriert sind. Der Name kam mir während eines Aufenthalts in Los Angeles, wo ich durch Street Research genau die Inspiration fand, die ich gesucht hatte.

… die Küche: Die Granola Company war eines der ersten Lokale in Graz, die amerikanischen Brunch und Burger anboten. Seither probieren wir immer wieder Trends aus, interpretieren Klassiker neu und bringen Vielfalt auf die Karte. Besonders wichtig ist uns, „fleischige“ Rezepte auch in vegetarischen oder veganen Varianten zu denken.

… Signature Dish & Co: Schwer zu sagen, was unser Signature Dish ist – unser Konzept lebt von der Vielfalt. Brunch, Burger, Tacos, Granola: Ich wollte von Anfang an alles anbieten, was Freude macht und Genuss bedeutet.