Zum Hauptinhalt springen
Pub auf urig
Katharina ist im dritten Bezirk aufgewa…

Pub auf urig

Katharina ist im dritten Bezirk aufgewachsen und lebt in ihrem persönlichem Bermuda-Dreieck: Wohnung, Job als Barchefin in der Strandbar Herrmann, und dem VULSTASIE – S’STAMMBEISL. Das Eck-Beisl hat sie 2024 gemeinsam mit den Gästen übernommen und pflegt das Urige weiter: Wohnzimmer-Atmosphäre zwischen dunkel getäfelten Wänden, Feierabend-Bier. Mittlerweile kommen auch die Jungen auf der Suche nach dem Original zu Katharina.

Auch Tourist:innen vom nahen Wien Mitte verschlägt es auf der Suche nach der „uniquely blending classic Austrian pub culture“ ins Vulstasie. Wenig überraschend werden sie dort fündig. Katharinas Liebe zu Namibia steckt übrigens im Namen: Vulstasie ist Afrikaans und heißt Tankstelle.

Katharina über …

… sich: Ich bin eine richtige Wienerin, im dritten Bezirk aufgewachsen und wollte auch immer hier bleiben. Ich wohne im Dritten, mein Lokal ist im Dritten und auch die Strandbar Herrmann, wo ich seit vielen Jahren arbeite, ist im Dritten. Ich nenne das immer mein Bermuda-Dreieck.

Ich bin eher zufällig in die Gastronomie hineingerutscht. Angefangen habe ich mit einem Nebenjob während des Studiums. Aus Teilzeit wurde irgendwann Vollzeit und schließlich mein Lebensweg. Ich habe schon seit Jahren darüber nachgedacht, etwas Eigenes zu machen. 2024 war es dann so weit.

… das Vulstasie: Ich kannte das Lokal vorher gar nicht, obwohl ich wahrscheinlich schon hundertmal daran vorbeigelaufen war. Als ich es das erste Mal betreten habe, ist mir sofort das viele Holz aufgefallen. Dadurch wirkt es warm, gemütlich und urig. Besonders angetan hatten es mir auch die alten Lampen. Sie waren schon dem Vater der früheren Besitzerin sehr wichtig. Mir liegt viel daran, solche Lokale zu erhalten. Ich wollte kein modernes Konzept über das Beisl stülpen, sondern das bewahren, was den Ort ausmacht.

… den Beisl-Faktor: Ein richtiges Wiener Beisl ist für mich wie ein zweites Wohnzimmer. Man kennt einander und kann auch allein kommen, ohne wirklich allein zu sein. Manche Stammgäste besuchen das Lokal teilweise bereits seit über 40 Jahren.

Natürlich sind die Wirtin oder der Wirt wichtige Gesichter eines Beisls. Aber auch der Ort selbst entwickelt mit der Zeit ein Eigenleben. Gerade die kleine Größe macht viel aus: Man sitzt nicht anonym mit 200 fremden Menschen in einem großen, modernen Lokal, sondern kommt miteinander ins Gespräch. Und als Wirtin habe ich auch alles gut im Blick.

… das Urige: Die Gäste sind ein angenehmer, bunter Mischmasch. Der Großteil der langjährigen Stammgäste ist eher älter und es sind noch deutlich mehr Männer. Inzwischen kommen auch jüngere Menschen, Studierende und Leute aus der weiteren Nachbarschaft dazu. Ich habe den Eindruck, dass gerade Jüngere wieder verstärkt nach authentischen Orten suchen.

…Küche & Namibia: Bei mir gibt es kleinere Speisen und typisch österreichische Snacks wie Würstel oder Brettljause. Fleischlaibchen, Gulaschsuppe oder Chili von Carne bereite ich mit Gewürzen aus Namibia zu. Vor rund 20 Jahren bin ich über eine damalige Stammkundin als Au-pair nach Namibia gekommen. Die Familie dort ist zu meiner zweiten Familie und Namibia zu meiner zweiten Heimat geworden. Und das schlägt sich eben auch im Namen nieder. Vulstasie heißt Tankstelle.

Nice to meet you