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Schlagwort: Cafe

Grätzldudes

Stefan ist ein Surfdude und Wien hat kein Meer – deshalb gibt es das LANDLOCKED: eine Mischung aus Grätzlcafé, Shop für Surfklamotten und Sehnsuchtsort für die Surf-Community. Für das Design von Shop, Café und Kleidung zeichnet Stefans Partnerin Sophie verantwortlich, die ebenfalls surft. Auf der Karte stehen kleine Gerichte, Brunch, Kaffee und eine solide Getränkekarte. 

So weit so gut. Was das Landlocked aber nahezu einmalig macht, ist die Funktion als Grätzl-Treffpunkt. Als hätte das Lokal nur auf Stefan & Sophie gewartet. Der Dude schwärmt weiterhin vom Surfen und tobt sich mittlerweile am Meer der Wiener aus – dem Neusiedlersee. Aber er ist auch ein leidenschaftlicher Wirt. Und das merkt man einfach.

Stefan über…

… sich: Ich komme ursprünglich aus der Fotografie und war jahrzehntelang selbstständig. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass noch einmal etwas Neues kommen darf. Surfen, Windsurfen und Wellenreiten begleiten mich schon ewig, und auf Reisen habe ich immer wieder Orte gesehen, die mehr waren als nur Cafés: halb Treffpunkt, halb Shop, halb kultureller Raum. Genau so etwas wollte ich nach Wien holen.

… das Konzept: Landlocked ist aus dieser Idee entstanden. Der Name beschreibt ziemlich gut, worum es geht: das Lebensgefühl von Menschen, die vom Meer abgeschnitten sind und trotzdem ständig in diese Richtung denken. Diese Sehnsucht schwingt hier mit – nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Gästen. Gleichzeitig sollte das Lokal nie nur ein Nischenort für Surferinnen und Surfer sein. Es sollte auch ein Grätzelcafé werden, ein Raum für Begegnung, für kleine Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und gute Gespräche.

… das Lokal: Die passende Location zu finden, war nicht leicht. Viele Erdgeschoßlokale stehen zwar leer, sind aber in einem Zustand, der wirtschaftlich kaum zu stemmen ist. Diese Ecke hier war am Ende ein Glücksfall. Das Lokal hatte eine ziemlich wilde Vorgeschichte, wurde aber vom Eigentümer mit viel Liebe und Aufwand saniert. Wir konnten uns dann auf die Atmosphäre konzentrieren: Möbel mit Geschichte, Fundstücke von Flohmärkten und aus Willhaben, eine Bar von Freunden, gutes Licht und ein Raum, der nicht geschniegelt, sondern lebendig wirkt.

… die Gäste: Heute mischen sich hier ganz unterschiedliche Leute. Die Surf-Community kommt genauso wie Nachbarinnen, Familien vom Park gegenüber oder Menschen, die einfach gern an einem kleinen Ort sitzen, an dem noch miteinander geredet wird. Genau diese Mischung war die Idee. Landlocked soll kein Themenpark sein, sondern ein echter Ort.

Tortenschlacht

Fast versteckt hinter einem lauschigen Schanigarten liegt das BLISS in der Vorgartenstraße am Eck zum Vorgartenmarkt. Das Konzept offenbart sich auf den ersten Blick in die ausladende Vitrine: Cheesecake! Und zwar in allen möglichen Varianten – von Lotus bis Oreo, von Baklava bis Zimt, und klassisch natürlich. Daneben backen Blerta und ihr Team auch andere Kuchen und Torten, saisonal und täglich frisch, zu fairen Preisen. 

Für die Leute im Grätzl ist das Bliss mittlerweile ihr Grätzl-Cafè – für das restliche Wien eine Reise  zum charmanten Rand des 2. Bezirks absolut wert. Kein Wunder, dass viele das bereits erkannt haben.

Blerta über…

… sich: Ich komme aus dem Kosovo und habe früher im Personalbereich gearbeitet – zuerst in meiner Heimat, später auch hier. Eigentlich war das ein ganz anderer Berufsweg. Aber in der Corona-Zeit habe ich gemerkt, dass mir diese Arbeit nicht mehr entspricht. Ich wollte nicht mehr nur sitzen, organisieren und verwalten. Ich wollte etwas mit den Händen machen, etwas, das am Ende sichtbar ist und Freude macht. Backen war schon lange in mir drin, und irgendwann habe ich meinem Mann gesagt: Ich will etwas anderes versuchen.

… die Anfänge: So ist Bliss entstanden. Was wir anfangs unterschätzt haben, waren Zeit, Kosten und Belastung. Die Renovierung hat sich gezogen, der Start war chaotisch, und die ersten Monate waren für mich extrem hart. Ich habe oft gezweifelt und mich gefragt, ob ich das wirklich schaffe. Gastronomie sieht von außen oft leicht aus, aber in Wirklichkeit kommen ständig neue Probleme dazu – personell, organisatorisch, finanziell.

… das Konzept: Heute weiß ich, dass sich der Weg gelohnt hat. Anfangs habe ich viel mit Torten gearbeitet, aber schnell gemerkt, dass unsere Gäste andere Süßspeisen suchen: weniger mächtig, weniger süß, kleiner portioniert. So ist Cheesecake immer stärker in den Mittelpunkt gerückt. Mittlerweile ist das klar unsere Handschrift. Von Lotus über Pistazie bis zu Brownie, Oreo, Baklava oder Cinnamon Roll – ich versuche, Vielfalt anzubieten, ohne beliebig zu werden.

… das Lokal: Wichtig ist mir, dass sich hier jede und jeder etwas findet. Wir haben neben Cheesecake auch andere Kuchen und setzen laufend neue Ideen um, je nachdem, was gut funktioniert. Heute komme ich sehr gern ins Lokal. Ich habe ein gutes Team, wir sind stabiler geworden, und ich merke, dass die Leute gern kommen. Genau das war mein Ziel: einen Ort schaffen, wo sich Gäste einfach wohlfühlen können.

Innenhof-Oase

Mitten in der Grazer Herrengasse, im legendären Herzogshof des „Gemalten Hauses“, liegt das CAFÉ ZEITLOS: ein Kaffeehaus mit ruhigem Innenhof und einer Karte, die von Frühstück über kleine Imbisse bis zu saisonalen Drinks reicht. Thomas Kahlhofen und Christian Neubauer haben das Lokal Ende 2024 übernommen und führen es in bewährter Tradition weiter.

Thomas und Christian über…

… sich: Wir sind Thomas Kahlhofen und Christian Neubauer und führen gemeinsam das Café Zeitlos in Graz. Was uns zusammengebracht hat, sind zwei unterschiedliche Wege, die sich heute im Lokal gut ergänzen: Auf der einen Seite steht eine breite gastronomische Ausbildung mit Erfahrung in der gehobenen Gastronomie und in der Selbstständigkeit, auf der anderen Seite jahrzehntelange Praxis in der Hotellerie, vor allem am Front Office. Das Café Zeitlos haben wir nicht neu erfunden, aber wir führen es auf unsere Art weiter. Der Name war schon da, als wir übernommen haben, und genau das hat für uns auch gepasst. Denn „zeitlos“ ist hier nicht bloß ein Name, sondern ziemlich genau das Gefühl, das dieser Ort ausstrahlt.

… das Lokal: Unser Lokal liegt mitten in der Stadt und wirkt trotzdem wie ein Rückzugsort. Wer durch die Herrengasse geht, rechnet nicht unbedingt mit so einem Innenhof. Gerade das macht den Reiz aus. Dazu kommen Frühstück, kleine Snacks und Imbisse, von Tramezzini und Bruschetta bis zu Salaten, Kuchen und Spezialitäten-Tellern.

… den Signature Dish: Wir wollen ein Lokal sein, in dem man für unterschiedliche Gusto-Momente etwas findet: den schnellen Kaffee, ein spätes Frühstück, einen Snack am Nachmittag oder einen Drink im Innenhof. Unser Signature Dish ist die „Bruschetta-Triologie“: eine Auswahl aus drei verschiedenen Varianten, mit regionalen, veganen und/oder oder Fisch-Varianten.

Schick Kebab

LOOP KEBAB: Warum nicht einem Convenience-Produkt wie Döner einen schicken Rahmen verpassen, hat sich Florian Lenz gedacht. Entstanden ist in der Grazer Annenstraße ein Ort zeitlosen Designs: klare Strukturen, runde Formen, Edelstahl und Marmor. 

Kebab gibt es klassisch mit Huhn oder in der Planted-Variante aus Erbsen-Protein. Dazu Extras wie aufgeschlagener Feta oder argentinische Chimichurri-Sauce mit Petersilie und Oregano. Legendär auch die Black Garlic Sauce. 

Ex-Banker und Quereinsteiger Florian will mit dem LOOP einen Ort schaffen, der Qualität und Ästhetik verbindet. Das ist ihm gelungen. 

Florian über …

… sich: Nach meinem Studium war ich im Banking tätig und habe mich auch in einem Food-Startup bewegt, bevor ich mit LOOP Kebab den Schritt in die Gastronomie gemacht habe. Die Idee dazu ist eher untypisch entstanden: Ich wollte herausfinden, welches Konzept langfristig Potenzial hat, und bin so beim Döner gelandet. Gleichzeitig habe ich in Graz eine Lücke gesehen, was pflanzenbasierte Alternativen betrifft.

… das Konzept: Mit LOOP Kebab wollte ich keinen gewöhnlichen Imbiss aufmachen. Mein Anspruch ist, Ästhetik, Geschmack und Qualität zusammenzubringen und zu zeigen: Kebab kann auch anders. Der Name hängt mit einem Aufenthalt in New York zusammen; zugleich zieht sich die Idee der „Loops“ auch durch das ganze Lokal, von den runden Formen bis zum Branding. In der Annenstraße 9 ist so ein Ort entstanden, der bewusst anders aussieht als der klassische Dönerladen.

… die Küche: Inhaltlich steht bei uns vor allem das planted Kebab für das, was wir machen. Das ist auch mein Signature Dish: ein 100 Prozent veganes Kebab, das mit viel Leidenschaft, frischen Zutaten und einem zeitgemäßen Zugang umgesetzt wird. Im Lokal arbeiten wir unter anderem mit handgebackenem Brot, viel Gemüse und Saucen wie Black Garlic; die vegane Variante basiert auf Erbsenprotein. Für Gusto Guerilla ist ein warmes, à la minute zubereitetes planted Kebab geplant – nachhaltig gedacht und so gemacht, dass es auch optisch auffällt.

… die Perspektiven: Ich will LOOP aber nicht nur als Kebab-Lokal verstanden wissen. Langfristig denke ich den Ort auch kulturell weiter: mit Kunst im Schaufenster, Events und saisonalen Specials. Für mich geht es nicht nur um Streetfood, sondern um ein Konzept, das Genuss, Gestaltung und Stimmung zusammenbringt.

Kreative Croissants

Mit LOTTI’S CAFÉ haben Lotte und Bernhard einen Wohlfühlort geschaffen, der ein legendäres Plundergebäck in den Mittelpunkt rückt: das Croissant. Die Kreationen werden saisonal angepasst. Auf der ständig wechselnden Karte stehen dann etwa Croissants mit Pumpkin-Spice-Füllung oder Lotuscreme. Wer es lieber pikant mag, greift zu Kreationen wie Brie mit Preiselbeeren oder einer Hummus-Walnuss-Füllung.

Lotte über …

… sich: Ich bin Lotte Vonk und habe gemeinsam mit Bernhard Wallner Lotti’s Café & Croissants eröffnet. Unser Lokal liegt in der Albrechtgasse in der Grazer Innenstadt, nur ein paar Schritte vom Hauptplatz entfernt. Der Name war für uns schnell klar: Lotti’s, weil ich nicht nur Geschäftsführerin bin, sondern dem Café auch meinen Namen gebe.

Mein Weg in die Gastronomie hat früh begonnen. Ich habe die Tourismusschule besucht und später als Filialleiterin in einer größeren Bäckerei- und Café-Kette gearbeitet. Bernhard bringt wiederum einen ganz anderen Hintergrund mit: BWL, Steuerberatung und Controlling. Genau diese Mischung passt gut zu unserem Konzept, weil bei uns Gefühl für Produkt und Gäste genauso wichtig ist wie ein sauberer wirtschaftlicher Blick.

… das Konzept: Mit Lotti’s wollte ich einen Ort schaffen, den es so in Graz noch nicht gibt. Es geht um ausgezeichneten Kaffee, eine cozy Atmosphäre und um Croissants, die mehr sein sollen als nur schnelles Gebäck. Wir arbeiten mit unterschiedlichen saisonalen Variationen, weil wir Abwechslung lieben und weil sich darin unsere kreative Seite am besten zeigen kann. Dass in unserem Lokal früher das Craft-Beer-Lokal Thirsty Heart war, macht den Neustart für mich noch spannender: Jetzt ziehen hier Kaffee und Croissants ein.

… den Be*Wirt-Faktor: Warum ich Wirtin geworden bin? Weil ich mich verwirklichen wollte. Ich wollte einen Ort aufbauen, den es noch nicht gibt, und einen Raum schaffen, in dem die unterschiedlichsten Persönlichkeiten zusammenkommen. Da wir uns ganz auf Croissants konzentrieren, erzählt bei uns eigentlich jedes einzelne Stück unser Konzept. Für Gusto Guerilla ist eine vegane, gefüllte Croissant-Kostprobe geplant – vorbereitet, kalt serviert und so, dass sie in Graz auffällt.

Specialty Grätzlcafé

Specialty Coffee ist eine Welt für sich – und GOTA passen perfekt hinein. In Peru kommt das Geschwisterpaar Katharina und Markus erstmals mit den helleren Röstprofilen der Arabica-Bohne in Berührung, die dem Kaffee seine fruchtige Noten verleihen. 2017 entsteht an der Äußeren Mahü im 15. Bezirk das erste GOTA, damals noch ein kleines Ecklokal.

Nach Corona wird ausgebaut, zunächst auf 25, dann auf 45 Sitzplätze. Ein Blumenladen kommt dazu, Systeme und Abläufe werden modernisiert. Parallel nimmt das Team an diversen Aus- und Weiterbildungen teil und gewinnt Preise. 2025 dann der 1. Platz im Ranking der 100 besten Coffeeshops – Platz 3 weltweit. 

Heute stehen die Menschen mitunter Schlange für ihren Macchiato, gefilterten V 60 oder Aeropress, Iced Bloody Orange Drip oder Coffee Negroni Sbagliato, der den Espresso Martini als Trendcocktail ergänzt. Davon ganz unbeeindruckt bleibt das GOTA, was es immer war: Ein Grätzelcafé, das Katharina und Markus in ihrer Hood eröffnet haben – dort, wo sie aufgewachsen und zur Schule gegangen sind.

Katharina und Markus über …

… sich: Wir sind Markus und Katharina und haben mit GOTA einen Ort aufgebaut, in dem sich vieles bündelt, was uns beschäftigt: Kaffee, Handwerk und der Bezirk, in dem wir aufgewachsen sind. Wir sind beide im 15. Bezirk groß geworden, hier in die Schule gegangen und bis heute hier verwurzelt. Deshalb war früh klar, dass wir nicht irgendwo eröffnen wollen, sondern genau hier.

… die Anfänge: Der Ausgangspunkt für GOTA lag in Peru. Dort haben wir zum ersten Mal einen Kaffee getrunken, der uns wirklich interessiert hat. In Wien kannten wir davor vor allem dunkle, eher traditionelle Röstprofile, mit denen wir wenig anfangen konnten. In Peru haben wir verstanden, dass Kaffee sehr unterschiedlich schmecken kann – je nach Anbau, Herkunft, Varietät, Verarbeitung, Röstung und Zubereitung. Mit diesem Eindruck haben wir 2017 das GOTA eröffnet – damals nur das kleine Ecklokal mit acht Sitzplätzen.

… belastbare Konzepte: Dann kam die Pandemie – und wir haben diesen Moment genutzt, um eine Grundsatzentscheidung zu treffen: entweder aufhören oder größer denken. Wir haben uns für den mutigeren Weg entschieden, sind rund fünfzig Meter weiter übersiedelt und haben GOTA erweitert. Dort entstand dann auch die Kombination aus Coffee und Flowers, also Kaffee und Blumen. Mit dem größeren Lokal sind wir aber auch zum ersten Mal richtig an unsere Grenzen gekommen. Acht Sitzplätze und fünfundzwanzig Sitzplätze und heute 45 sind operativ zwei verschiedene Welten. Plötzlich brauchte es Systeme statt Zuruf, klare Abläufe statt Improvisation. Es war intensiv, manchmal chaotisch, aber genau in dieser Phase haben wir gelernt, wie man aus Begeisterung ein belastbares Konzept macht.

… den Kaffee: Parallel dazu haben wir uns fachlich immer weiter vertieft. Wir haben mit Weltmeister:innen gearbeitet, Ausbildungen gemacht und an Meisterschaften teilgenommen. In unserem Umfeld geht es um Barista-Kompetenz, AeroPress, Coffee in Good Spirits und Coffee Cocktails. Dieser Zugang prägt GOTA bis heute. Gleichzeitig war uns wichtig, dass das Lokal kein Ort nur für Spezialist:innen wird, sondern auch für Leute funktioniert, die einfach einen guten Kaffee trinken wollen.

… Platz 1 in Europa: Die größte Überraschung kam mit dem internationalen Ranking der besten Coffeeshops. Wir hatten uns dafür nicht aktiv beworben und wussten nicht einmal, dass wir nominiert worden waren. Eingeladen waren wir zu einer Gala in Madrid, mehr nicht. Schon die Aufnahme in die Top 100 war für uns viel. Erst vor Ort wurde klar, dass das Ranking gereiht wird. Als die Plätze 100 bis 50 eingeblendet wurden und wir nicht dabei waren, dachten wir: gut, dann offenbar Top 50. Danach ging es weiter – 40, 30, 20 – und wir waren noch immer nicht aufgerufen. Am Ende wurden wir als Platz 3 der Welt genannt und damit zugleich als Platz 1 in Europa.

… ihren Auftrag: Peru ist bis heute ein ganz wichtiger Bezugspunkt für uns, weil dort die erste prägende Erfahrung stattgefunden hat. Aber es geht uns nicht nur um ein Herkunftsland, sondern um eine Haltung: Kaffee ernst zu nehmen, Produzent:innen ernst zu nehmen und auch unseren Gästen zu vermitteln, dass in jeder Tasse sehr viel mehr steckt als ein schnelles Morgenritual. Wenn man einmal auf einer Farm gestanden ist und gesehen hat, wie viel Arbeit hinter einer Ernte, hinter Sortierung, Aufbereitung und Export steckt, dann schaut man auf Kaffee anders.

… das Grätzlcafé: Was uns bis heute trägt, ist nicht nur der Kaffee, sondern auch die Art, wie wir Gastgeber:innen sein wollen. Für uns soll GOTA kein einschüchternder Ort für Specialty Coffee sein, sondern ein Platz, an dem sich unterschiedliche Menschen wohlfühlen: Nachbar:innen aus dem Grätzl, Stammgäste, Leute mit Laptop, Menschen, die einfach frühstücken wollen, und genauso internationale Gäste, die mittlerweile tatsächlich wegen des Kaffees nach Wien kommen. 

… and beyond: Dass heute Menschen aus aller Welt in den 15. Bezirk kommen, um bei uns Kaffee zu trinken, freut uns enorm. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass GOTA trotz aller internationalen Aufmerksamkeit ein Ort im Grätzl geblieben ist. Wir sind nicht irgendwo gelandet, sondern genau dort geblieben, wo wir aufgewachsen sind und hingehören.

Kunst & Kuchen

Fast versteckt in einer Seitengasse im 2. Bezirk zaubert Alexandra MARISCHKA in der gleichnamigen PATISSERIE täglich international inspirierte Kuchenkunst wie Schokotartes und Cheesecakes. Auch regionale Spezialitäten wie die Mohntorte kommen direkt aus ihrer Werkstatt.

Gelernt hat die Konditormeisterin ihr Handwerk im Le Cordon Bleu in Paris – wo seit 1895 „die Kunst der Kulinarik“ vermittelt wird. Was erklärt, warum es die ehemalige Kunststudentin zur hohen Kunst des Backhandwerks verschlagen hat.

Alexandra über …

… sich: Ursprünglich habe ich Kunst studiert, bis ich beim Kellnern in einem Wiener Lokal das Backen für mich entdeckte. Für die „Mari’“ und die „Disco Volante“ backte ich meine ersten Torten, doch ich wollte mehr: Professionell werden. Also ging ich nach Paris, absolvierte den ersten Abschnitt am Cordon Bleu – der legendären Patisserie-Schule, kehrte zurück und machte meinen Konditormeister – weil der französische Abschluss hier nicht anerkannt wird.

… das Konzept: Die Patisserie Marischka war ursprünglich eine reine Werkstatt, die Gastronomiebetriebe belieferte. Doch als Corona alles auf den Kopf stellte, öffnete ich spontan die Tür für Nachbarn. Aus dem spontanen Gassenverkauf wurden feste Öffnungszeiten. Der Name? Ganz einfach: Marischka ist mein ungarischer Nachname, eine Verniedlichung von Maria. Kein Wortspiel, einfach ich.

…  Signature Dishes: Meine Küche trägt einen klaren französischen Einschlag – inspiriert von Paris, aber verwurzelt in Wien. Meine Signature Dishes sind die mehlfreie Schokotarte (ein Stück Frankreich in Wien) und der gebackene, aber cremige New York Cheesecake. Doch am regionalsten ist meine Mohntorte: Touristen, vor allem aus den USA, stehen oft ratlos davor. „Was ist Mohn?“, fragen sie – und sind dann begeistert. Ich setze auf Qualität, nicht auf Masse. Seit ich allein arbeite, bleibt mehr von meiner Leidenschaft übrig – und das schmeckt man.

Der Wump!-Faktor

Im PETI PARI kann man Konditormeisterin Anna bei der Zubereitung ihrer „Viennoiserie“ zusehen. In der offenen Küche stellt Patisserie mit Wiener Twist her: Kürbiskern- oder Mohn-Financiers zum Beispiel, wie die rechteckigen Formen wegen ihrer Ähnlichkeit zu Goldbarren auch genannt werden.

Klassiker sind aber Annas Makronen, Croissants und Pains au Chocolat, deretwegen die Gäste der Legende nach aus ganz Wien kommen und die laut Annas Partner Antonio – der für das Framework verantwortlich zeichnet – den gewissen „Wump!“ haben. Und ehrlich: Die Plunderteig-Kunstwerke sind tatsächlich verdammt gut!

Antonio über …

… sich: Ich heiße Antonio Wallace und gemeinsam mit meiner Partnerin Anna Idzik betreibe ich das Petit Pari. Anna hat schon immer eine Leidenschaft für französische Patissierie  gehabt. Sie hat die Ausbildung zur Konditormeisterin gemacht, und schnell war klar: Wir wollen unser eigenes Café eröffnen.

… das Café: Wir starteten im August 2020 – nicht das einfachste Jahr, aber wir haben es gewagt. Ich kümmere mich um das Marketing, Social Media und die Webseite, während Anna im Hintergrund die magischen Kreationen zaubert.

…die Küche & Produkte: Unsere Signature Dishes sind die Croissants und Makronen. Warum unsere Croissants die besten sind? Wenn du in ein echtes Croissant beißt, macht es „Wump!“ auf deinen Geschmacksknospen – und genau das schaffen Annas Croissants. Es dauert Tage, bis ein Croissant perfekt ist: Der Teig wird vorbereitet, muss rasten, bis er endlich in den Ofen kommt. Unsere französischen Gäste sagen oft, sie hätten selten so gute Croissants gegessen. Und Kinder lieben unsere Makronen – ob eines oder gleich zehn.

…den BeWirt*-Faktor: Gastgeber zu sein ist etwas Besonderes, weil wir unseren Gästen einen schönen Tag bereiten können. Das ist es, was uns antreibt.

In Gras beissen

Das 705 COFFEE ist umzingelt von drei Unis und dem Votivpark – da muss Trendgetränk Matcha natürlich auch auf die Karte. Für Clara hat der japanische Tee anfangs nur nach Gras geschmeckt. Etliche Verkostungsrunden später ist die Jüngste im Team auf den Geschmack gekommen, erzählt sie. 

Das Design des stets rappelvollen Cafés haben Clara, Nicole und Elisabeth bis zu den Tischbeinen selbst entworfen. Es balanciert gekonnt zwischen cozy und funktional. Die Karte ist durchdacht und reicht vom klassischen Frühstück bis zum Kimchi. Der Kaffee hat Barista-Qualität und die Abläufe funktionieren mittlerweile auch bei Hochbetrieb. Beeindruckend.

Clara über …

… sich: Wir sind Clara (22), Nicole (23) und Elisabeth (32) – drei Freundinnen, die aus einer spontanen Idee ein Café gemacht haben. Nicole brachte Gastronomie-Erfahrung mit, Elisabeth betreibt ein weiteres Café im 4. Bezirk, und ich kümmere mich um Social Media und Events. 

Das Café: Wir wollten einen Wohlfühlort schaffen – zwischen Selbstbedienung und klassischem Service. Die Gäste bestellen, wie sie möchten – am Tisch oder an der Theke. Der Name „705“ kommt daher, dass eine der Gründerinnen immer um 7:05 Uhr ihren Kaffee getrunken hat. Ursprünglich wollten wir um 7:05 öffnen, doch das ist gar früh. Unser Standort nahe Unis und dem Votivpark bringt Laufkundschaft, die unsere To-go-Spezialitäten auch in den Park mitnimmt.

Kaffee & Küche: Unser Kaffee ist eine geheime Röstung aus Italien – kräftig, cremig, perfekt für Cappuccino. Wir haben auch einen super Matcha, der mir –Fun-Fact – anfangs gar nicht geschmeckt hat. Für mich hat er nach Gras oder Heu geschmeckt. Mittlerweile bin ich wortwörtlich auf den Geschmack gekommen. Und er ist auch gesund und anregend. Für die Karte haben wir uns überlegt, was wir gerne in einem Brunch-Lokal essen würden. Wir haben Bagels, Sandwiches, Wiener, orientalisches und koreanisch inspiriertes Frühstück, aber auch Cheesecake oder Tiramisu. Jeder findet etwas – von süß bis salzig, von klassisch bis orientalisch.

Hinter den Kulissen: Wir haben alles selbst designt – von der Theke über die Regale, die Tische und den Tischbeinen, sogar die Lüftung mussten wir neu installieren und streichen lassen. Unsere Baristas sind ausgebildet, die Karte durchdacht. Am Anfang war die Arbeitsteilung eine Herausforderung, doch heute läuft es: Eine kümmert sich um Service und Bar, eine um die Küche, ich um Organisation und Marketing.

Wartezimmer au Lait

Das CAFE PRISEMUT versteckt sich in einer Seitengasse beim Naschmarkt. Laufkundschaft gibt es hier kaum, trotzdem ist das Café vor allem mittwochs und donnerstags gut besucht. Denn das sind quasi die Tage der offenen Tür im Therapiezentrum, das von fünf Ergotherapeutinnen betrieben wird. 

In der Ergotherapie geht es grundsätzlich darum, den Alltag trotz Einschränkungen zu bewältigen. „Vernetzt euch!“ lautet deshalb das Motto des Prisemut. Das Wartezimmer wird zum Begegnungsort, an dem auch kostenlose Vorträge zum Thema Alltagsbewältigung stattfinden – gesunder Schlaf oder Medienkonsum zum Beispiel. Dazu gibt es Kaffee vom Siebträger, belegte Brote, Frühstückbowls und frischen Kuchen. 

Lea, Clara und Melanie über …

… sich: Wir sind das Café PriseMUT, betrieben vom gemeinnützigen Verein PriseMUT. Gegründet im Februar 2024 von fünf Ergotherapeutinnen, schaffen wir hier einen Ort, der mehr als nur Kaffee bietet: Ein Sozialcafé, das Eltern und Familien unterstützt, sich austauschen und gegenseitig unterstützen können. Wir dachten uns: Wie schön wäre es eigentlich, ein Wartezimmer zu haben – aber als Café. Unser Fokus liegt auf Eltern, die Kinder mit besonderen Bedürfnissen begleiten – sei es im Autismus-Spektrum, mit ADHS oder anderen Herausforderungen.

… das Café: Unser Café ist für alle geöffnet – besonders an Mittwoch und Donnerstag. Hier finden Eltern, Familien und Nachbarn einen geschützten Raum, um durchzuatmen, sich zu vernetzen und einfach mal abzuschalten. Wir bieten kostenlose Vorträge zu Themen wie Diagnosen, Medienkonsum oder Schlaf, sowie Austauschgruppen für Eltern. Unser Ziel: Hemmschwellen abbauen, Aufklärung leisten und finanzielle Entlastung schaffen – etwa durch vergünstigte Therapieangebote.

… das Konzept: Das Café ist bewusst offen und inklusiv gestaltet. Ja, manchmal hört man Kinderstimmen oder Therapiegeräusche – das gehört dazu! Wir verbinden Gastronomie mit sozialer Verantwortung: Jeder ist willkommen, ob als Gast, Unterstützer oder einfach nur zum Kaffee trinken. Spenden sind freiwillig, aber herzlich willkommen.

… das warum: Wir glauben, dass Begegnung und Austausch heilsam sind. Viele Eltern fühlen sich isoliert oder überfordert – hier finden sie Gleichgesinnte und Unterstützung. Gleichzeitig schaffen wir Bewusstsein für Ergotherapie und zeigen, wie wichtig solche Räume für die Gemeinschaft sind.

Korea-Kult

Das Konzept von KIMCHI&KIPFERL beim Meiselmarkt im 15. Bezirk ist gar nicht so leicht zu erfassen – und eigentlich doch ganz einfach: Neo-Wirtin Silvia hat sich vor Jahren in koreanische Kultur und Gesellschaft verliebt – und family and friends mit ihrem Enthusiasmus angesteckt. 

Das Kimchi & Kipferl ist deshalb Treffpunkt der K-Pop-Army, wie sich die Fans von Kultbands wie BTS nennen. Es gibt abgefahrene Drinks wie Yakult-Sprite und Bananenmilch-Kaffee – beides mit Glitzer (und die Lieblingsgetränke der BTS-Mitglieder). Es gibt klassische Wiener Patisserie und koreanischen Kimchi-Toast.

Es gibt koreanische Kosmetikprodukte und Originalwerke des namhaften koreanischen Künstlers BADBOSS, den Silvia auch vertritt. Und on top gibt’s eine familiäre Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Silvia (Bild rechts mit Lena und BTS-Pappkamerad) über …

… sich: Ich bin Silvia Hofbauer, in Wien geboren, und mein Weg zu Kimchi & Kipferl war kein gerader. Meine Familie hat Wurzeln in der Vojvodina, ich bin mehrsprachig aufgewachsen und kam als Kind nach Wien, wo ich zuerst Deutsch lernen musste. Mit Korea hatte das lange gar nichts zu tun.

… Korea-Bezüge: Der Zugang kam erst später. Eine Freundin hat mir eine koreanische Serie empfohlen, dann habe ich weitere geschaut, mich für die Sprache interessiert und schließlich einen Koreanischkurs gemacht. Mit der Zeit wurde daraus mehr als nur Interesse. Ich bin gemeinsam mit meinem Mann nach Korea gereist und habe dort gemerkt, wie sehr mich das Land, die Menschen und die Kultur ansprechen. Diese Reise hat viel ausgelöst.

Dazu kamen Kontakte in die koreanische Kunst- und Kulturszene. Ich habe Ausstellungen mitorganisiert, arbeite im Künstler-Management und bewege mich seit einiger Zeit stark in diesem Umfeld. Ich begleite unter anderem den Künstler und Produzenten Badboss. Irgendwann war klar, dass ich nicht nur Konsumentin dieser Kultur bleiben will, sondern selbst etwas daraus entstehen lassen möchte.

… das Konzept: Ursprünglich hatte ich über ein Franchise nachgedacht. Am Ende habe ich mich dagegen entschieden und lieber etwas Eigenes entwickelt. Das war die richtige Entscheidung. So ist Kimchi & Kipferl entstanden – als Mischung aus koreanischen und österreichischen Produkten, Geschmäckern und Gewohnheiten. Mir war wichtig, dass das Konzept nicht aufgesetzt wirkt, sondern zu mir passt.

… Küche und Bar: Bei uns gibt es guten Wiener Kaffee, ausgewählte österreichische Produkte und dazu koreanische Einflüsse bei Speisen und Getränken. Ein Bestseller ist der Kimchi-Toast, und auch bei den Drinks greifen wir koreanische Ideen auf. Gleichzeitig soll das Lokal kein reines Trendthema sein, sondern ein Ort, an dem man gern hereinkommt, bleibt und sich wohlfühlt.

… Eigendynamik: Vieles läuft bei uns als Familienprojekt. Meine Kinder helfen mit, meine Mitarbeiter bringen eigene Ideen ein, und auch Menschen aus Korea sind Teil des Teams. Dadurch ist etwas entstanden, das persönlicher ist, als ich es am Anfang geplant hatte. Es ist nicht nur ein Lokal geworden, sondern ein Ort, an dem sich vieles trifft, was mich in den letzten Jahren beschäftigt und begleitet hat.

… das Grätzl: Die Rückmeldungen zeigen mir, dass dafür Platz da ist. Viele sagen, dass so etwas in der Gegend gefehlt hat. Genau das freut mich, weil Kimchi & Kipferl kein kopiertes Konzept sein soll, sondern ein Lokal mit eigener Handschrift.

Ruhepole, handverlesen

Erlesenen Tee, Kuchen, & Frühstück wie bei Oma gibt’s in OMAS TEEKANNE: Seit 2016 wirkt das einzige Teehaus in Graz wie eine kleine Zeitreise in die 50er-Jahre. Antiquitäten, Pastelltöne und liebevoll zusammengetragene Möbelstücke schaffen eine Atmosphäre der Ruhe. Yuno serviert ausgesuchte Tees, hausgemachte Kuchen aus der eigenen Backstube sowie eine bodenständige, regionale Küche mit modernen Akzenten.

Yuno über …

… das Lokal: Seit 2016 betreibe ich in Graz Omas Teekanne – ein Teehaus, das seinen Namen nicht zufällig trägt. Wer hereinkommt, macht eine kleine Zeitreise in die 50er-Jahre: Pastellfarben, skandinavisch-englische Einflüsse und Möbel, die ich über Jahre auf Flohmärkten, bei Antiquitätenhändlern oder online gesammelt habe. Ich liebe es, alten Dingen ein neues Leben zu geben – und so sollte auch das Ambiente sein: vertraut, gemütlich, ein Ort zum Verweilen – eine kleine, behagliche Gegenwelt zum Minimalismus, der 2016 überall im Trend war. 

… das Konzept: „Oma“ steht für die Quintessenz der Gemütlichkeit, da schaut man nicht auf die Uhr, die Zeit vergeht wie im Flug, man wird verwöhnt und bekommt ein extra großes Stück Kuchen. „Teekanne“ erinnert daran, dass wir bis heute das einzige Teehaus in Graz sind. Von Anfang an wollten wir Tee aus seinem angestaubten Image befreien und zeigen, wie vielfältig und modern er sein kann.

… Signature Dish & Co: Signature Dish sind natürlich unsere Tees. Hier haben wir ein ganz breites Angebot um zu zeigen wie bunt & vielfältig die Teewelt ist. Wenn man an die Teekanne denkt, denkt man natürlich automatisch an unsere Kuchen, die wir in unserer eigenen Backstube frisch backen. Mir ist regionale, bodenständige Küche sehr wichtig. Das kommt bei uns auf den Teller: bodenständiges Frühstück mit Twist.

Wir versuchen auch immer Trends mitzunehmen, aktuell gerade vegane Waffeln.  Auch im Sommer bieten wir unsere hausgemachten Limonaden an: Frisch zubereitet, unterschiedliche Sorten mit frischem Tee, Kräutern und Säften. 

… den BeWirt-Faktor: Ich bin gern Gastgeberin, ich dekoriere gern, ich quatsche gern mit Menschen. Und das ist in meine Augen das, was unser Leben lebenswert macht. Begegnungen, Generationen die in unserem Lokal aufeinandertreffen. Das ist mein Highlight und das, was mich erfüllt und glücklich macht. Und ich glaube, dass das auch unsere Gäste sehr schätzen.