Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: Kreative Küche

Balkan Twist

Tapas (Mezze, Antipasti…) sind  schon längst im Westen etabliert. Am Balkan wird man die kleinen Vorspeisen-Teller noch nicht verorten. THE OPPOSITE OF WEST macht aber genau das. Ioana und Vida haben im 5. Bezirk einen Ort geschaffen, der das Essen zelebriert. Auf kleinen Tellern kommen dampfende – vom Balkan jedenfalls inspirierte – Köstlichkeiten auf den Tisch: geröstete rote Spitzpaprika, gefüllt mit Bohnen und Garnelen zum Beispiel. Oder Spießchen mit in Honig karamellisiertem Lamm, gefüllt mit mit Kashkaval-Käse. 

Die kulinarischen Ideen sind schier grenzenlos, die saisonale Karte wechselt häufig. Dazu gibt es 50 handverlesene Weine und 12 Schnäpse vom Balkan, die das kulinarische Erlebnis begleiten und abrunden. Das unter anderem mit Vidas Kunst ausgestaltete Lokal ist trotz fehlender Innenstadtlage gut besucht und eine Reservierung ist empfehlenswert.

Ioana (re.) über …

… sich: Ich bin Ioana, komme aus Bulgarien und habe The Opposite of West gemeinsam mit meiner Frau Vida eröffnet. Sie bringt viel Gastroerfahrung aus Serbien und Wien mit, ich den Wunsch nach einem eigenen Lokal. Uns war wichtig, kein weiteres Balkanrestaurant mit den immer gleichen Klassikern zu machen, sondern zu zeigen, wie im Balkanraum abseits von Ćevapčići gekocht und gegessen wird.

… Konzept & Küche: Unser Konzept sind kleine Teller zum Teilen. Nicht, weil Tapas am Balkan Tradition hätten, sondern weil man so mehr probieren kann. Unsere Karte wechselt alle zwei Wochen und umfasst meist 17 bis 20 Gerichte. Inspiriert von der Balkan-Tradition, bei der alles in der Mitte des Tisches geteilt wird. Wir interpretieren bekannte Speisen neu, bringen aufwendige Schmorgerichte auf den Teller und zeigen auch Rezepte, die man in Wien kaum findet – von Bohnen als Eintopf bis zur stundenlang gegarten Lammschulter oder unserer Version von Sarma.

… die Karte: Unsere Karte ist saisonal: im Mai gibt es Brennnessel-Gerichte, im Herbst Lamm mit Pflaumen. Wir arbeiten mit kleinen Produzenten aus Serbien, Bulgarien und Mazedonien – ob für den Schopfbraten (5 Stunden im Ofen) oder die Heiße Königin (überbackenes Brot mit Käse und Ei). Dazu servieren wir über 50 Balkan-Weine und 12 Schnäpse. Unser Motto: „Gemeinsam essen, trinken, Geschichten teilen.

… den Be*Wirt-Faktor: Für uns ist das Lokal ein Ort, an dem wir unsere Freude an Essen, Wein und Gastgeben weitergeben können – und an dem Wien den Balkan einmal von einer anderen Seite kennenlernt.

Konzept? Schmeckt!

XPEDIT? Kenn ich, war ich schon länger nimmer.In den vergangenen Jahren ist es ruhiger geworden um die ehemalige Lagerhalle mit der hohen Fensterfront hinter der Urania. 2025 hat dann ein junges Team übernommen. Ismael Faye und Ivana Markovic setzen auf eine produktgetriebene, italienisch inspirierte Küche unter dem Motto „nature to table“. 

Herzstück und bester Platz ist weiterhin der (inoffizielle) Chef’s Table – die Tafel unter einem Schwerlastregal vor der mittlerweile offenen Küche. Dort kann man Ismael bei der Zubereitung saisonaler Speisen von der ständig wechselnden Karte zuschauen. Kreative Grenzen gibt es keine, was schmeckt, wird aufgetischt – auf Wunsch mit exzellenter Weinbegleitung. Alles in entspannter Atmosphäre. Es geht ja schließlich ums Essen.

Ismael und Ivana über…

… sich, Ismael: Ich wollte schon als Kind Koch werden. Meine Eltern haben mich damals in die richtige Richtung gelenkt, ich bin in die Bergheidengasse in die Hotel- und Tourismusschule gegangen, habe dort abgeschlossen und anschließend Praktika im In- und Ausland gemacht. Seitdem bin ich mit voller Überzeugung Koch. Mich fasziniert daran bis heute, dass gutes Essen Menschen zusammenbringt. Rund um einen Tisch, rund um eine Küche, entstehen Gespräche, Erinnerungen und oft auch ein richtig schöner Abend. Dazu kommt natürlich der kreative Aspekt: Ideen, Eindrücke oder Bilder, die ich irgendwo aufschnappe, kulinarisch umzusetzen, ist für mich ein großer Reiz.

… sich, Ivana: Ich war schon vor Ismael im XPEDIT und habe dann die Leitung übernommen, als sich die Gelegenheit ergeben hat. Heute kümmere ich mich um alles, was rund um den Betrieb anfällt – gemeinsam mit dem Team. Gerade diese Mischung taugt mir: jeden Tag neue Menschen, neue Gäste, neue Aufgaben. Das fühlt sich oft fast weniger nach Arbeit als nach einem sehr intensiven Hobby an.

…das Konzept: Gemeinsam haben wir entschieden, dass wir das XPEDIT in eine andere Richtung führen wollen – mit jungem Team, neuem Konzept und unserer eigenen Handschrift. Wir haben vieles umgestellt, renoviert, vereinfacht und bewusst reduziert. Die schönen alten Elemente wollten wir aber behalten, weil genau sie dem Ort Charakter geben. Unser Zugang in der Küche ist klar: Wir stehen in engem Austausch mit Produzent:innen und schauen, was gerade da ist. Danach kochen wir. Manchmal kommt ein halbes Schwein, manchmal Ziegenkäse von einer Produzentin, mit der wir schon seit vielen Jahren arbeiten, manchmal Gemüse, das genau jetzt Saison hat. Uns geht es darum, aus guten Produkten das Beste herauszuholen.

… die Küche: Eine starre Küchenlinie gibt es bei uns nicht. Wir nennen das lieber „nature to table“. Natürlich ist das regional und saisonal gedacht, aber wir sperren uns nicht künstlich ein. Wenn eine Makrele aus dem Atlantik das richtige Produkt ist, dann verwenden wir sie. Wenn wir frische Pasta wollen, machen wir sie selbst. Wenn getrocknete Pasta in dieser Qualität aus Italien einfach besser ist, dann kaufen wir sie dort zu. Entscheidend ist für uns nicht das Etikett, sondern das Produkt.

… das Team: Das Team ist komplett neu, das Konzept auch. Und wir sind noch immer dabei, den Ort weiterzuentwickeln. Es soll klarer, ruhiger und zeitgemäßer wirken, ohne seine Geschichte zu verlieren. Gerade diese Mischung gefällt uns: ein Lokal mit Vergangenheit, aber mit einer ganz jungen Energie.