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Schlagwort: Streetfood

Premium Pizza für z‘haus

Das Konzept von AMORE LOUI nutzt eine Lücke. Bislang gibt es Premium-Pizza Napolitana frisch aus dem Ofen – und das, was Pietro Pizzi & Co. für den Tiefkühler zusammenschustern – ein eher lieblos belegtes Convenient-Produkt.

Gastronom Philip Oswald produziert neapolitanische Premium-Fertigpizza für zuhause – zum schnellen Fertigbacken, mit Zutaten aus der Steiermark und Süditalien. Wie Margherita, Cotta oder Diavola warm schmecken, kann man quasi vorab im Store in der Grazer Schmiedgasse testen.

Philip über … 

… sich: Ich heiße Philip Oswald und bin seit zwölf Jahren selbstständiger Gastronom. Ich war nie der große Theoretiker, sondern immer jemand, der gerne selbst anpackt und Dinge umsetzt. Diese Energie hat mir schon früh geholfen: In jungen Jahren habe ich Verantwortung übernommen, in Jobs schnell viel gelernt und Lokale geführt. Der Weg in die Selbstständigkeit war dadurch irgendwann ziemlich klar.

… Loui forever: Mein Flagship-Lokal ist Das Eggenberg. Dort ist die neapolitanische Pizza zu einem Signature-Gericht geworden – und daraus ist schließlich AMORE LOUI entstanden. Mein Küchenchef und ich haben monatelang an der Rezeptur gearbeitet, deshalb haben wir seinen Namen gleich in der Marke verewigt.

… die Pizza: Mit AMORE LOUI wollten wir die neapolitanische Pizza für zu Hause perfektionieren. Sie ist im Ofen in drei bis fünf Minuten fertig gebacken, mindestens 14 Tage gekühlt haltbar und trotzdem hochwertig. Die Idee ist einfach: eine richtig gute Pizza, die man schnell und unkompliziert frisch zu Hause essen kann.

… die Zutaten: Unsere Pizza arbeitet mit Zutaten aus der Steiermark und aus Süditalien. Sie ist kein Notfallprodukt für den Tiefkühler, sondern eine Premium-Pizza für Menschen, die guten Geschmack wollen, aber nicht immer Zeit haben. Bei der Tour gibt es Pizza in sechs Sorten: Margherita, Cotta, Salami, Diavola, Tuna und Mediterran.

Afrikanische Botschaft

Im OMOKA bringt Omoka Hassan Ogudugu nigerianische Küche nach Graz – als African Fusion mit Fufu, würzigen Saucen und viel persönlicher Geschichte.

Omoka über … 

…sich: Ich heiße Omoka Hassan Ogudugu und komme ursprünglich aus Nigeria. Nach Österreich bin ich als Immigrant gekommen – mit einer großen Leidenschaft fürs Kochen und einer Offenheit für Neues. Diese Leidenschaft hat mich begleitet und mir gezeigt, dass Essen mehr sein kann als Versorgung. Es kann Herkunft erzählen, Menschen verbinden und neue Möglichkeiten eröffnen.

… das Lokal: Der Name OMOKA ist mein eigener Name. Das Restaurant trägt also sehr direkt meine Geschichte. Für mich war es ein Schritt in die Selbstständigkeit, aber auch ein Schritt, meine Küche und meine Kultur sichtbarer zu machen. Die Möglichkeiten, die ich in Österreich gesehen habe, haben mich inspiriert, mein eigenes Lokal zu eröffnen.

… die Küche: Das Konzept ist African Fusion mit einem klaren Schwerpunkt auf nigerianischer Küche. Ich möchte zeigen, wie vielfältig, kräftig und spannend diese Küche ist. Viele Menschen kennen afrikanische Gerichte noch wenig – genau das macht es interessant.

… das Fufu: Ein Gericht, das mein Konzept besonders gut erzählt, ist meine „Fufu Variation“: Fufu mit drei verschiedenen Saucen, vegan gedacht und trotzdem voll im Geschmack. Fufu ist dabei nicht nur Beilage, sondern ein zentrales Gericht vieler westafrikanischer Küchen. Man isst es gemeinsam mit Saucen und Eintöpfen – weich, sättigend, verbindend. Für mich ist es ein guter Einstieg in diese Küche, weil es einfach, ursprünglich und gleichzeitig sehr vielseitig ist.

Einfach. Gut!

David ist ein Vollblut-Gastronom und das SMASHLY seine in Burger gegossene Leidenschaft – und die liegt in der Konzentration aufs Wesentliche: frisches steirisches Rindfleisch, Martin’s Potato Rolls aus den USA und French’s Mustard. Aus wenigen, gezielt gewählten Zutaten entsteht hier ein Smashburger, bei dem jedes Detail zählt.

Dafür reiste David ins Mekka des Smashburger nach New York. Er fragte sich bis in die Küche der großen Burger-Tempel durch und holte sich dort Inspiration. Das Ergebnis ist – für Wien – ziemlich einmalig.

David (re.) über…

… sich: Ich komme aus der Gastronomie und bin am Naschmarkt groß geworden. Meine Eltern haben dort zuerst Obst und Gemüse verkauft und sind später selbst in die Gastro gegangen. Essen war also immer da. Trotzdem gab es zwischendurch auch einen Abstecher ins Büro und in die Immobilienwelt. Aber schnell war klar: Das ist nicht mein Ding. Ich will mit einem Produkt arbeiten, das direkt bei den Leuten ankommt.

… das Konzept: In diesem Lokal war früher ein anderes Konzept. Dann habe habe ich umgedacht und mich auf etwas konzentriert, das mich immer schon interessiert hat: Smash Burger. In New York und anderswo habe ich mir angeschaut, wie solche Läden funktionieren, und dabei gemerkt, dass es oft nicht die riesige Auswahl ist, die überzeugt, sondern der Fokus auf eine Sache. Genau das wollte ich hier umsetzen.

… die Burger: Bei Smashly geht es deshalb um Reduktion. Wir machen wenige Burger und versuchen, die so präzise wie möglich zu bauen. Wichtig sind Brot, Fleisch, Senf, Pickles, Käse, Sauce – also genau jene Details, die viele unterschätzen. Der Burger soll kompakt sein, gut in der Hand liegen und Lust auf den nächsten Bissen machen. Wir arbeiten mit frischem Fleisch, produzieren begrenzt und verkaufen lieber aus, als Qualität über Masse zu opfern.

… Herausforderungen: Ich denke, wir liefern, was viele Leute suchen: kein überladenes Burger-Menü, sondern ein klares Produkt. Die Herausforderungen bleiben trotzdem groß. Kosten steigen, Rohstoffe werden teurer, und die Leute überlegen genauer, wofür sie Geld ausgeben. Gerade deshalb glaube ich, dass man heute umso genauer wissen muss, wofür man steht.

Streetfood süß-sauer

Praktisch zeitgleich mit Gogi Chicken hat in der Barnabitengasse nebenan das PAPA DUCK eröffnet. Beide Lokale gehören zusammen, wie nicht nur der Federvieh-Bezug in den jeweiligen Lokalnamen vermuten lässt. Das Papa Duck hat sich auf Inari spezialisiert – mit Reis und Toppings wie Aal oder Avocado gefüllten und frittierten Tofu-Teigtaschen.

Geschmacklich spannend ist die süß-salzige Marinade, auf der die Inari angerichtet werden. Der Trend kommt aus Japan, ist dort als Inarizushi bekannt und ein (seit Jahrhunderten) beliebtes Streetfood. Sophia ist in Wien Teil des Papa Duck-Teams und brennt für Inari.

Sophia über…

sich: Ich bin Sophia, 30 Jahre alt, und Papa Duck ist eines unserer neuesten Projekte. Das Lokal gibt es erst seit rund zwei Monaten, und für uns war von Anfang an klar, dass wir nicht noch ein weiteres klassisches Sushi-Konzept machen wollen. In Österreich gibt es dafür längst einen Markt. Uns hat interessiert, was es darüber hinaus gibt – und wie man etwas, das in Asien selbstverständlich ist, hier neu erzählen kann.

… Inari: Im Mittelpunkt steht bei uns Inari. Viele kennen Sushi und Maki, aber Inari ist etwas anderes: eine marinierte Tofutasche, die mit Reis und verschiedenen Toppings gefüllt wird. Die Idee dazu kam auf einer Reise nach Kyoto. Dort haben wir Inari eher zufällig entdeckt und waren sofort begeistert. Ich komme selbst aus Hongkong, also nicht aus Japan, und trotzdem war auch für mich diese Art von Gericht etwas, das mich sofort gepackt hat. Diese Kombination aus Würze, Textur und Leichtigkeit hat uns nicht mehr losgelassen.

… das Konzept: Papa Duck ist für mich deshalb mehr als nur ein weiteres Lokal. Es ist der Versuch, etwas Vertrautes aus Asien in einen neuen Wiener Kontext zu übersetzen – mit einer klaren Idee, einer starken Geschichte und einem Produkt, das nicht erklärt werden muss, sobald man hineinbeißt.

Balkan Twist

Tapas (Mezze, Antipasti…) sind  schon längst im Westen etabliert. Am Balkan wird man die kleinen Vorspeisen-Teller noch nicht verorten. THE OPPOSITE OF WEST macht aber genau das. Ioana und Vida haben im 5. Bezirk einen Ort geschaffen, der das Essen zelebriert. Auf kleinen Tellern kommen dampfende – vom Balkan jedenfalls inspirierte – Köstlichkeiten auf den Tisch: geröstete rote Spitzpaprika, gefüllt mit Bohnen und Garnelen zum Beispiel. Oder Spießchen mit in Honig karamellisiertem Lamm, gefüllt mit mit Kashkaval-Käse. 

Die kulinarischen Ideen sind schier grenzenlos, die saisonale Karte wechselt häufig. Dazu gibt es 50 handverlesene Weine und 12 Schnäpse vom Balkan, die das kulinarische Erlebnis begleiten und abrunden. Das unter anderem mit Vidas Kunst ausgestaltete Lokal ist trotz fehlender Innenstadtlage gut besucht und eine Reservierung ist empfehlenswert.

Ioana (re.) über …

… sich: Ich bin Ioana, komme aus Bulgarien und habe The Opposite of West gemeinsam mit meiner Frau Vida eröffnet. Sie bringt viel Gastroerfahrung aus Serbien und Wien mit, ich den Wunsch nach einem eigenen Lokal. Uns war wichtig, kein weiteres Balkanrestaurant mit den immer gleichen Klassikern zu machen, sondern zu zeigen, wie im Balkanraum abseits von Ćevapčići gekocht und gegessen wird.

… Konzept & Küche: Unser Konzept sind kleine Teller zum Teilen. Nicht, weil Tapas am Balkan Tradition hätten, sondern weil man so mehr probieren kann. Unsere Karte wechselt alle zwei Wochen und umfasst meist 17 bis 20 Gerichte. Inspiriert von der Balkan-Tradition, bei der alles in der Mitte des Tisches geteilt wird. Wir interpretieren bekannte Speisen neu, bringen aufwendige Schmorgerichte auf den Teller und zeigen auch Rezepte, die man in Wien kaum findet – von Bohnen als Eintopf bis zur stundenlang gegarten Lammschulter oder unserer Version von Sarma.

… die Karte: Unsere Karte ist saisonal: im Mai gibt es Brennnessel-Gerichte, im Herbst Lamm mit Pflaumen. Wir arbeiten mit kleinen Produzenten aus Serbien, Bulgarien und Mazedonien – ob für den Schopfbraten (5 Stunden im Ofen) oder die Heiße Königin (überbackenes Brot mit Käse und Ei). Dazu servieren wir über 50 Balkan-Weine und 12 Schnäpse. Unser Motto: „Gemeinsam essen, trinken, Geschichten teilen.

… den Be*Wirt-Faktor: Für uns ist das Lokal ein Ort, an dem wir unsere Freude an Essen, Wein und Gastgeben weitergeben können – und an dem Wien den Balkan einmal von einer anderen Seite kennenlernt.

No Bobo Bowls

BOHO BOWLS ist als Ableger von Velofood im Market in der Glacisstraße integriert. In unmittelbarer Nähe zur Uni gibt es seit 2023 leistbare Bowls – zum Mitnehmen oder vor Ort Genießen auf wenigen Sitzplätzen.

Wie der Radlieferservice ist auch das Bowl-Konzept auf Nachhaltigkeit ausgelegt: wenige frische, regionale Produkte in Bio-Qualität, mit vielen veganen Optionen. Schnell muss es gehen und leistbar bleiben – also mehr Urban Style als Bobo-Schischi.

Boho Bowls sind deshalb auf to go ausgelegt – liefern kann man sich die Kombinationen im bewährten Baukastensystem – Basis wie Reis, Protein wie veganer Lachs oder Bio-Rind, Sauce wie Zitronen-Mayo, Mix-Ins wie Edamame, Toppings wie Kürbiskerne – aber auch.

Geschäftsführer Josh über …

… sich: Ich bin stellvertretender Geschäftsführer bei Velofood und leite das Boho Bowls. Eigentlich komme ich nicht klassisch aus der Gastronomie: Ich habe nachhaltige Entwicklung studiert und bin dann bei Velofood gelandet. Das passt bis heute gut, weil Nachhaltigkeit bei uns kein Nebenthema ist, sondern Teil des Fundaments. Velofood ist ein lokaler Grazer Lieferservice, der ausschließlich mit dem Fahrrad liefert, auf biologisch abbaubare Verpackungen setzt und Gastronomie mit einem ressourcenschonenden Ansatz verbinden will.

… das Konzept: Wir möchten mit Boho Bowls ein Angebot schaffen, das gesund, bunt und sehr bewusst ausgelegt ist – also mit Zutaten, die durchdacht kombiniert sind, schnell zubereitet und leistbar. Bei uns kann man gesund satt werden, ohne für ein Mittagessen gleich ein Vermögen auszugeben. Wir haben hawaiianische Klassiker wie die Aloha Classic mit veganem oder Bio-Lachs, Zitronen-Mayo und Edamame oder Eigenkreationen wie die Wild Combo mit Kokos-Limetten-Reis und planted oder Bio-Rind. Fast alle Bowls gibt es auch in vegan.

Wir haben auch vegane Kuchen, Brownies, Pastel de Nata und ein guter Kaffee. Dass Boho Bowls direkt beim Velofood Market entstanden ist, passt gut zu unserem Ansatz: schnell, urban, bewusst.

… der Be*Wirt-Faktor: Wirt zu werden war für mich ehrlich gesagt nie der große Masterplan. Es ist eher passiert. Aber genau deshalb mag ich das Konzept so sehr: Es verbindet vieles, was mich interessiert – gutes Essen und ein nachhaltiges Produkt. Wenn ich mich auf ein Signature Dish festlegen soll, wird es schwierig. Offiziell haben wir mehrere Signature Bowls, und ich mag sie wirklich alle.

Koreanisches Küchenballett

Das SEOULMATE (sprich: soulmate) liegt versteckt in einer Seitengasse beim Kardinal-Nagel-Platz. Nur ein kleines Schild verweist auf das ebenso kleine Lokal. Die Leute kommen trotzdem. Es hat sich rasch herumgesprochen, dass Yena und ihre Eltern hier täglich frisch kochen. 

Koreanische Gimbap zum Beispiel, mit Ei, Huhn, Karotte, Gurke und gelbem Rettich (danmuji). Der Reis wird mit Sesamöl gewürzt, bevor er im Nori-Blatt gerollt wird und deshalb nicht in Sojasauce ertränkt werden muss. Oder die unvergleichlichen Tteokbokki (sprich: tokboki) – kleine Reisküchlein, fest und weich zugleich, in süß-scharfer Gochujang-Sauce.

Stundenlang bereiten Yena und ihre Mutter die Speisen in der winzigen Küche vor – jeder Handgriff muss sitzen. Und Papa, der ebenfalls hilft, darf dann nicht hinein. Küchenballett eben.

Yena (re. mit Mama) über …

… sich: Ich bin mit 16 nach Wien gekommen, ursprünglich wegen der Musik – ich spiele Geige. Später habe ich Journalismus studiert, aber währenddessen immer wieder in der Gastronomie gearbeitet. Die Idee für Seoulmate ist aus meiner Familie entstanden – vor allem aus der Liebe meiner Mutter zur koreanischen Küche. Sie hat dafür sogar ein koreanisches Kochzertifikat gemacht, und gemeinsam haben wir irgendwann beschlossen, diesen Traum in Wien umzusetzen.

… das Konzept: Viele unserer Speisen brauchen viel Vorbereitung. Soßen, eingelegtes Gemüse, Kimchi und die Zutaten für Gimbap machen wir mit großer Sorgfalt selbst. Vieles ist in der Küche schnell serviert, – das ist in Korea wichtig und typisch – davor stecken aber oft Stunden an Arbeit drin. Besonders typisch ist für uns die Kombination aus Gimbap und Tteokbokki, wie man sie auch in Korea gerne zusammen isst. Gleichzeitig wollen wir unser veganes Angebot weiter ausbauen – mit Optionen wie veganem Gimbap, Kimchi-Pfannkuchen oder kalten Nudeln. Unser Ziel ist es, mit unserem Essen ein Stück koreanischen Alltag nach Wien zu bringen.

… Küchenballett: Mein Papa beginnt oft schon am frühen Morgen, räumt alles heraus, putzt und mariniert das Hendl. Meine Mama und ich stehen ab acht Uhr in der kleinen Küche und machen vier Stunden lang Vorbereitungen: Soßen, eingelegtes Gemüse, Füllungen, Kimchi, Kimbap-Zutaten. Viel Platz haben wir nicht, deshalb ist bei uns alles ein eingespieltes Küchenballett. Wir weichen einander seitlich aus, jeder Handgriff sitzt, und wenn mein Papa von draußen kurz etwas braucht, heißt es trotzdem: bitte draußen bleiben. So eng es ist – genau in dieser kleinen Küche entsteht jeden Tag das, was Seoulmate ausmacht.

… den Be*Wirt: Faktor: Das Schönste an Seoulmate ist für mich, dass ich die Gerichte meiner Kindheit weitergeben kann. Wir kochen als Familie, arbeiten eng zusammen und möchten zeigen, dass koreanische Küche beides sein kann: schnell und zugleich voller Sorgfalt. Ich liebe es, wenn Gäste unsere Speisen probieren, wiederkommen und uns erzählen, was ihnen geschmeckt hat. Genau dafür haben wir diesen Ort geschaffen.

In Hülle und Fülle

In winzigen ANZOS FOOD in der Märzstraße bieten Amina und ihre Familie kaukasisches Streetfood to go an: Teigtaschen nämlich. Für 10 verschiedene Taschenformate werden in der offenen Küche täglich mehrere Teige und Füllungen frisch zubereitet. 

Manti mit Rindfleischfüllung auf Tomaten-Salsa zum Beispiel, Pelmeni oder Wareniki, unter anderem  klassisch mit Pilzen und Erdäpfeln. Spezialitäten aus der tschetschenischen Heimat sind hauchdünne Teigtasche, gefüllt mit Topfen und Frühlingszwiebeln (Chengalsh) und süßer Kürbisfüllung (Hingalsh).

„Auf dem Herd brodelt stets ein mächtiger Dämpfer für die gefüllten Nudeln, die Schmalzwanne steht bereit, in kleineren Töpfen und Pfannen schmurgelt und brodelt es verheißungsvoll“, beschreibt Severin Corti treffend. Dem schließen wir uns an – und Fans aus halb Wien.

 Amina über (re. mit Köchinnen Ludmilla, Mitte, und Rauzan) …

… sich: Mit Anzos Food habe ich 2024 ein Konzept umgesetzt, das ursprünglich von meiner Mama kam. Sie hat immer gesagt, dass es  in Wien keine echten kaukasischen Teigtaschen gibt, in einem Format, das alltagstauglich ist und sich auch gut zum Mitnehmen eignet. Also eröffneten wir Anzos Food – ein Familienbetrieb, in dem wir Manti, frittierte Tschebureki und Pelmeni von Hand formen. Mein Bruder und ich kümmern uns um den Laden, Mama um die Rezepte.

… das Konzept: Wir bieten über 10 Sorten kaukasische Teigtaschen an: von klassischem Lammfleisch (Manti) bis zu vegetarischen Varianten mit Kürbis oder Kartoffel. Jede Tasche wird einzeln geformt – das ist Arbeit, aber es lohnt sich. Dazu gibt es hausgemachte Soßen und Gewürze. Unser Ziel? Die kaukasische und tschetschenische Küche in Wien bekannt machen – als Streetfood, zum Mitnehmen oder vor Ort genießen.

… das Lokal: Unser Lokal war früher ein Blumenladen, den wir umbauten. Die größte Herausforderung? Die Lüftung! Aber heute ist es ein gemütlicher Ort, an dem Gäste unsere Teigtaschen wie zu Hause essen können – ob frittiert, gedämpft oder gebacken. Alles wird frisch zubereitet, ohne Maschinen. Unsere Spezialität: Hingalsh – hauchdünner Teig mit Kürbisfülle, mit Butter bestrichen, oder als Chepalgash mit Topfen und Jungzwiebeln.

1. Wiener Streetfood-Maisterin

In ihrem winzigen Foodtruck namens AXOELOTE zaubert Sofie derzeit vor der Markthalle („Marktraum“) am Naschmarkt authentisches mexikanisches Streetfood: Esquites aus weißem Mais mit verschiedenen Toppings, Chilaqiles, hausgemachten Tortilla-Chips, oder Cafè de Olla mit Pinoncillo – unraffiniertem Rohrzucker. 

Mit den Esquites ist Sofie gelungen, wonach viele Gastronom:innen streben: einen Trend zu setzen. Denn den ziemlich gesunden und sehr schmackhaften Snack, den es in Mexiko an jeder Straßenecke gibt, kann man in Wien derzeit nur im Axoelote kosten – oder für Caterings ordern.

Der Name ist übrigens eine Verknüpfung des Molchs Axolotl (inoffizielles mexikanisches Wappentier) und Elote (Maiskolben). Auch eine mexikanische Gottheit spielt eine Rolle …aber das soll euch Sofie selbst erzählen.

Sofie (Bild links mit Schwester) über …

… sich: Ich komme aus Mexiko, mein Vater ist Österreicher, meine Mutter Mexikanerin. Ich bin nach Österreich gekommen, habe Deutsch gelernt, zwei Kinder bekommen und gleichzeitig überlegt, wie ich mir hier etwas Eigenes aufbauen kann. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich in einem Hotel gearbeitet. Dort war vieles sicherer, aber die Arbeitszeiten waren mit Kindern schwierig, und ich wollte schon lange nicht mehr nur für andere arbeiten. Ich wollte etwas aufbauen, das wirklich meins ist.

… das Konzept: Das Konzept ist noch ganz frisch, aber die Idee dazu trage ich schon viel länger mit mir herum. Ich wollte etwas Eigenes machen, etwas Kreatives, und vor allem etwas, das es so in Wien noch nicht gibt. Bei mir geht es um mexikanische Snacks, die ich möglichst originalgetreu in meinem kleinen Foodtruck bei der Markthalle am Naschmarkt zubereite.

… die Küche: Ein Schwerpunkt sind Esquites, ein in Mexiko sehr bekannter Streetfood-Snack aus gekochtem weißem Mais, Kräutern, Saucen und Chilis. Genau dieser weiße Mais ist mir wichtig, weil viele Lokale außerhalb Mexikos mit gelbem Mais arbeiten und der Geschmack dadurch ein anderer wird. Ich importiere den weißen Mais aus Lateinamerika und versuche, das Produkt so umzusetzen, wie ich es von zu Hause kenne.

Dazu kommen Chilaquiles, also Tortillachips in Salsa mit Creme, Zwiebeln und Koriander, außerdem traditionelle Getränke wie Café de Olla, der mit Gewürzen und Piloncillo zubereitet wird. Viele meiner Gerichte sind glutenfrei, vegetarisch oder vegan, was den Foodtruck für sehr unterschiedliche Menschen interessant macht. Mir war wichtig, dass das Essen nicht nur mexikanisch heißt, sondern auch wirklich so schmeckt.

… die Bestätigung: Seit dem Start am Naschmarkt habe ich gemerkt, dass das Konzept funktioniert. Besonders schön ist für mich die Reaktion aus der mexikanischen Community. Viele sagen mir, dass sie diesen Geschmack vermisst haben und dass sie durch meine Snacks ein Stück Heimat wiederfinden. Manche waren richtig berührt, weil sie genau das lange gesucht haben. Das bedeutet mir viel, weil ich merke, dass es nicht nur ums Essen geht, sondern auch um Erinnerung und Verbindung.

… den Foodtruck: Der Weg dorthin war komplizierter, als ich gedacht hatte. Ich musste mich mit Finanzierung, Registrierung, Genehmigungen und Import beschäftigen. Den Anhänger habe ich in China anfertigen lassen, also auch den Foodtruck selbst nicht einfach fertig gekauft, sondern nach meiner Idee produzieren lassen. Dann kam der Transport, die Zulassung, technische Fragen, Formulare und vieles, das ich mir selbst zusammensuchen musste. Es gab niemanden, der mir Schritt für Schritt erklärt hat, wie das alles funktioniert. Ich musste mich in vieles allein einarbeiten.

Die Langos Renaissance

Inspiriert vom Goldketterl tragenden Langos-Bäcker Juri, der im Klosterneuburger Freibad in den 1980ern das perfekte Langos produzierte, zeigen Walter und Laura in ihrer LANGOS BAR im Wiener Prater, dass Langos mehr ist als ein von Knoblauch erschlagenes labbriges Laberl: Frisch ausgezogener Teig aus Bio-Mehl wird so frittiert, dass das fertige Langos zugleich cross und fluffig ist.

Geviertelt und mit Bio-Sauerrahm und Bio-Bergkäse belegt, wird der fertige Fladen zum veredelten Streetfood. Die Variante Bio-Würstel im Langos-Schlafrock ist übrigens auch sehr zu empfehlen.

Walter über …

… sich: Ich bin der Walter und ich mache Langos hier im Prater. Ich hatte früher ein Lokal und als als Corona kam, mussten wir uns neu orientieren. Also habe ich damals im Februar in einem Zelt auf einem Parkplatz begonnen, meine eigenen Langos zu verkaufen – und die Leute haben sie sofort geliebt. Das Handwerk liegt mir im Blut. Ich bin gelernter Koch, habe in Gourmethäusern gearbeitet und mich schließlich selbstständig gemacht.

… Langos: Warum gerade Langos? Ich bin in Klosterneuburg aufgewachsen. Im Kosteneuburger Strandbad  gab es den Juri – der oben ohne, mit Goldketterl und einer weißen Schürze an einem Nachmittag 150 Langos gemacht hat. Und dann wurde im Bad ausgerufen Der Juri macht jetzt Langos! Und alle sind zu seinem Wagerl gerannt und haben sich angestellt. Das waren herrliche Langos, außen knusprig, innen fluffig, frisch ausgezogen. Und wenn sie aus waren, waren sie aus.

…  perfekte Konsistenz: So sind auch meine Langos, sie müssen auch knusprig sein – eine gute Mischung. Ein frisches Langos muss in der Mitte knusprig sein, der Rand darf ruhig ein bissel fluffig sein. Ich mach ein Wiener Langos und keine ungarischen Langos. Ich habe das damals im Freibad vom Zuschauen gelernt und genauso mach ich das.

… den Prater: Hier im Prater ist jeder Tag anders. Du weißt nie, ob es ein guter oder ein ruhiger Tag wird. Und das Thema Personal ist immer eine Herausforderung – gute Leute zu finden und das richtige Team aufzustellen, ist nicht leicht.

… die Renaissance: Der Langos hat bei uns in Österreich keinen besonders guten Ruf – oft zurecht. Ich aber möchte ihm zu einer Renaissance verhelfen. Mein Ziel ist es, dieses Standl bis zu meiner Pension zu betreiben und dem Langos den Platz zu geben, den er verdient.

Popkultur-Feeling

K-Pop im Ohr, Manga an der Wand und ein Corn Dog in der Hand: Mit GOGI GO hat „Max“ Buyantsog Janyiv in Graz eine Marktlücke gefunden – koreanisches Streetfood, jung, unkompliziert und tasty wie gefüllte Corn Dogs oder Tofu Gimbap Rollen, die es auch in vegan gibt. 

Max über …

…sich: Ich bin Max – offiziell Buyantsog Janyiv –, und nach zehn Jahren Gastro-Erfahrung in Wien als Koch und Restaurantleiter war für mich klar: Irgendwann will ich mein eigenes Lokal aufmachen. In Graz habe ich den perfekten Ort dafür gefunden. Warum ich das mache? Ganz einfach: aus Liebe zu gutem Essen – und weil ich damit Kunst und Kreativität ausleben kann.

… das Konzept: Der Name Gogi Go erzählt schon die halbe Story: „Gogi“ steht für Fleisch oder Grill, „Go“ für das To-Go-Konzept. Aber eigentlich geht’s bei uns um mehr: junges, modernes Essen für junge, moderne Menschen. Das Interior bringt „cute cozyness“ und Manga-Flair zusammen – also ein bisschen Popkultur-Feeling, das man in Graz so noch nicht kennt.

 den Signature Dish: Das ist ganz klar unser Corn Dog. Sündhaft gut, total simpel – und genau die Art von Soulfood, die unser Konzept auf den Punkt bringt.

Fast & fantastico

Marco Urbano bringt mit seiner PIZZERIA LA CORTE ein Stück Italien nach Graz. Hier gibt es Pizza-Schnitten und Panzerotti – quasi gebackene Mini-Calzone–, frisch aus dem Ofen, unkompliziert zum Mitnehmen – perfekt für den schnellen Hunger, aber ohne Abstriche bei Qualität und Geschmack.

Marco über …

… sich: Ich heiße Marco Urbano und betreibe die Pizzeria La Corte an zwei Standorten in Voitsberg und in der Grazer Färbergasse.

… das Konzept: In der Färbergasse machen wir Pizza-Schnitten, die speziell für Graz gedacht sind – schnell, frisch und unkompliziert. Wir sind ein modernes Fast-Casual-Restaurant, wo man mitten im hektischen Stadtalltag eine hochwertige Pizza oder Panzerotti ganz einfach mitnehmen kann.

… den BeWirt-Faktor: Warum ich Wirt geworden bin? Weil ich Menschen gerne mit gutem Essen und einem Stück italienischer Lebensfreude begeistern möchte. Es macht mir Freude, ein Lokal zu führen, das auf Qualität setzt und trotzdem eine entspannte, herzliche Atmosphäre hat.

… den Signature Dish: Und natürlich gibt es auch eine Pizza, die unsere Philosophie perfekt ausdrückt: die Pizza Vieste. Sie stammt ursprünglich aus meiner Heimat und kombiniert frische Zutaten wie Cherrytomaten, Knoblauch, natives Olivenöl und wilden Oregano. Für mich steckt in dieser Pizza alles drin, wofür wir stehen – Einfachheit, Authentizität und echter Geschmack.