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Georgische Gastfreundschaft
Manchmal vermisst Tatia ihre Heimat Geo…

Georgische Gastfreundschaft

Manchmal vermisst Tatia ihre Heimat Georgien: die Wärme, die Herzlichkeit, den Zusammenhalt. In GIO’S BÄCKEREI holt sie sich ein Stück davon zurück und teilt zum Beispiel frische Lobiani mit Kund:innen. Lobiani, Khachapuri, Khlovana sind Fladenbrote mit unterschiedlichen Füllungen. Warm schmecken sie am besten. Beim nächsten Mal kommt dann mit der Topfengolatsche zum Beispiel ein Nazuki mit – georgisches Süßbrot aus Hefe, Honig, Gewürzen und Joghurt.

Tatias Mann Gio ist der Meister des Teigs. Vom Krapfen über Frühstücksgebäck produziert er alles in der Backstube neben der Bäckerei. Um die Kund:innen kümmern sich Tatia und die älteren Kinder der Familie. 

Tatia (mit Tochter Nino) über …

… Gio und die Bäckerei: Mein Mann Gio ist Bäcker. Er hat viele Jahre in einer Wiener Bäckerei gearbeitet, und es war immer sein Traum, eine eigene Bäckerei aufzumachen. Er kennt den Teig, die Backstube, die österreichischen Klassiker. Ich mache vieles rundherum – die Füllungen, das Georgische, die Organisation. Für mich war schnell klar: Wenn wir eine Bäckerei machen, dann sollen die Leute auch etwas aus Georgien kennenlernen.

… das Konzept: Es gibt Semmeln, Brot, Süßes und klassische österreichische Sachen, aber eben auch georgische Spezialitäten. Ich denke nicht nur österreichisch oder georgisch, eher international. Es kann auch einmal etwas Russisches oder Ukrainisches dazukommen. Wichtig ist mir, dass etwas Neues hereinkommt – nicht immer nur Pizza und Kebab.

… Khachapuri, Lobiani und Khlovana: Unsere Spezialität ist Khachapuri, ein Fladenbrot mit Käsefüllung. Für die Füllung mische ich mehrere Käsesorten, weil es den georgischen Käse hier nicht einfach zu kaufen gibt. Es ist nicht hundertprozentig wie in Georgien, aber ich versuche, so nahe wie möglich hinzukommen. Lobiani ist mit roten Bohnen gefüllt, Khlovana mit Spinat und Käse. Warm schmeckt alles am besten – frisch aus dem Ofen oder zu Hause kurz in der Pfanne mit ein bisschen Butter aufgebacken.

… georgische Zutaten: Manche Dinge kann man ersetzen, andere nicht. Bei den Bohnen zum Beispiel braucht es ein spezielles Gewürz, das ich aus Georgien bekomme. Es hat einen besonderen Geschmack, fast ein bisschen nussig. Ohne das wird es nicht richtig. Käse zu importieren ist schwierig, aber Gewürze kann man schicken lassen.

… Walnüsse, Kräuter und Geschmack: In Georgien wird viel mit Walnüssen gekocht. Es gibt gebratenes Huhn in Walnusssauce, Melanzani mit Walnuss, Spinat mit Walnuss. Auch Maismehl spielt eine Rolle. Die georgische Küche ist würzig, kräuterreich und sehr abwechslungsreich. Es wird nicht langweilig, weil es so viele verschiedene Arten gibt, Speisen zuzubereiten.

… Familie und Arbeit: Eine Bäckerei bedeutet Geduld. Gio beginnt sehr früh, alles wird frisch gemacht. Die georgischen Sachen mache ich oft zusätzlich, manchmal auch zu Hause. Unsere älteren Kinder helfen mit. Wir haben vier Kinder, also ist immer viel los. Trotzdem ist es schön, weil es unser gemeinsames Projekt ist.

… georgische Gastfreundschaft: Ich lasse die Leute gerne probieren. Wenn jemand neugierig ist, schneide ich etwas auf und sage: Bitte kosten Sie. Für mich ist das Gastfreundschaft. Ich freue mich, wenn Menschen sagen: Das kenne ich nicht, aber es schmeckt. Viele waren schon in Georgien oder kennen das Land ein bisschen. Andere lernen es erst hier kennen.

… ihr Ziel: Ich will etwas Positives zeigen. Nicht nur verkaufen, sondern Kontakt mit Menschen haben. Ich möchte, dass die Leute etwas Neues kennenlernen und freundlicher miteinander werden. Für mich geht es nicht nur um Brot. Es geht auch darum, ein Stück Georgien und ein bisschen Freundschaft nach Wien zu bringen.

Nice to meet you