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Schmatz & Schlürf
SUSURU heißt schlürfen auf Japanisch –…

Schmatz & Schlürf

SUSURU heißt schlürfen auf Japanisch – ein passender Begriff für die anfangs etwas abgeranzte Ramen-Bar aus dem Filmklassiker Tampopo, denkt man. Nichts käme einem weniger in den Sinn, betritt man das gleichnamige Lokal in der Kirchengasse im 7. Bezirk. Vom Reispapier als akustische Raumpaneele, über das Design der Karte bis zum kleinen Keramikschwammerl als Stäbchenablage ist alles bis ins kleinste Detail durchkonzipiert.

Dass man trotzdem am liebsten schlürfen würde (und man darf!), liegt daran, dass sich Köstlichkeiten wie Addictive Cabbage – Salat mit frittierten Nudeln – oder Tantan Tofu – ein Gaumenspiel aus unterschiedlichen Konsistenzen wie Soja und Soja-Granulat – dazu einfach nicht eignen, zum Schlürfen nämlich. Um die Geschmacksknospen entsprechend anzuregen, schlürft man dann eben eine der ausgeklügelten Ramen-Suppen.  

Ein Team rund um den Gastronomen Stefan Ho hat das ausschließlich pflanzliche Konzept nach Wien geholt. Die Fusionsküche kommt aus Amsterdam und der dortige Küchenchef Tenta Akaike (links im Bild) wurde für den Start in Wien ausgeborgt. Susuru hat im Frühling 2026 eröffnet und dass es Sake gibt und die Preise fair sind, wird auch das junge Publikum in Neubau freuen.

Stefan über…

… sich: Ich komme aus der Gastronomie, mein Mann aus dem Grafikdesign. Genau an dieser Schnittstelle ist SUSURU entstanden: gutes Essen, ein starkes Konzept, ein Raum mit Atmosphäre und ein Erlebnis, das nicht beim Teller aufhört. Unser Partner Ming bringt den kulinarischen Teil ein, dazu kommt ein japanischer Rezeptgeber aus Amsterdam. Dort haben wir zum ersten Mal erlebt, wie viel Geschmack rein pflanzliche Küche haben kann.

… die Idee: Ich war lange kein großer Tofu-Fan. Für mich war Tofu etwas, das nach wenig schmeckt. Dann saßen wir in Amsterdam in einem kleinen Ramen-Lokal, alles war plant-based – und plötzlich hatte Tofu Tiefe, Würze, Textur. Da war klar: Genau dieses Gefühl wollen wir nach Wien bringen. Pflanzliche Küche soll bei uns nicht reduziert, gedämpft oder brav wirken. Sie soll Spaß machen.

… das Konzept: SUSURU heißt auf Japanisch „schlürfen“. Und genau das darf man bei uns auch. Die Küche ist von japanischer Wirtshauskultur inspiriert: kleine warme und kalte Gerichte, Ramen Bowls, viel zum Teilen, viel zum Kombinieren. Unser Tantan-Tofu ist eines meiner Lieblingsgerichte, weil er zeigt, wie weit Tofu von langweilig entfernt sein kann. Dazu kommen etwa Addictive Cabbage, Tempura King Oyster oder eine pflanzliche Karaage-Variante mit Karfiol und Lotuswurzel.

… das Lokal: Beim Essen geht es nicht nur um Geschmack. Man sieht, hört, fühlt und riecht. Darum war uns das Design genauso wichtig wie die Speisekarte: Materialien, Licht, Musik, Teller, Oberflächen – alles soll zusammenspielen. Am Tag wirkt der Raum klar und ruhig, am Abend kommt noch einmal eine andere Stimmung dazu. Wir wollen kein beliebiges Restaurant sein, sondern ein Ort, an dem man gerne bleibt.

… die Getränke: Auch bei den Getränken schauen wir genau hin. Es gibt Sake-Flights, bei denen man drei sehr unterschiedliche Sake-Stile probieren kann – klassisch, experimenteller, auch etwas Süßeres. Dazu kommen österreichische Weine und möglichst viele Produkte von Familienbetrieben, Privatbrauereien oder unabhängigen Herstellern. Ganz konzernfrei geht nicht immer, aber die Richtung ist klar.

Nice to meet you