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Autor: Stefan Knoll

Welscher Wirtshaus

Seit 2007 ist Georg Leitner Gastgeber in der WELSCHER STUB’N mitten in der Grazer Innenstadt. Dass er einmal Wirt werden würde, hat sich schon früh abgezeichnet: Nach der HAK Köflach und dem Kolleg für Gastronomie in Klessheim sammelte er bereits während seiner Ausbildung Erfahrung im Familienbetrieb. Heute führt er sein eigenes Wirtshaus mit dem, was für ihn gute Gastronomie ausmacht: Leidenschaft, Fleiß und Liebe zum Detail. 

Der Name hat übrigens mehr mit Graz zu tun, als man zunächst vermuten würde. Er ist eine Hommage an die „welschen“ Baumeister rund um Domenico dell’Aglio, die das benachbarte Grazer Landhaus maßgeblich geprägt haben. Historisch ist also schon der Name – in der Küche soll Tradition dagegen nicht stehen bleiben. Regionalität, Qualität und Frische bilden die Basis, seit 2025 sorgt Georg gemeinsam mit seinem besten Freund und Küchenchef Markus unter dem Motto „Klassik trifft Moderne“ für frischen Schwung. 

Was das konkret heißen kann? Zum Beispiel Wildkroketten mit Pickles und Sauce Cumberland. Georg nennt sie aktuell das Signature Dish der Welscher Stub’n: regional und herzhaft, aber eben nicht ganz so klassisch, wie man es aus einem Grazer Wirtshaus vielleicht erwarten würde. Und weil für Georg zu gutem Essen auch guter Wein gehört, darf man danach ruhig noch auf ein Achterl sitzen bleiben – zum Beispiel vom Welschriesling.

Georg (li., mit Markus) über …

… das Wirt-Sein:
„Für mich ist Gastronomie mehr als ein Beruf. Ich bin aus Passion Wirt geworden – und Gastgeber zu sein bedeutet für mich, mit Leidenschaft, Fleiß und Liebe zum Detail dafür zu sorgen, dass sich die Gäste wohlfühlen.“ NEU_Welscher Stub’n_Infos

… die Welscher Stub’n:
„Regionalität, Qualität und Frische sind die Basis. Gleichzeitig wollen wir klassische Wirtshausküche nicht einfach nur bewahren, sondern auch weiterentwickeln.“ NEU_Welscher Stub’n_Infos

… Familie und Freundschaft:
„Die Welscher Stub’n ist und bleibt ein Familienbetrieb. Die Unterstützung meiner Familie ist ein wichtiger Teil davon – und mit Markus steht mittlerweile auch mein bester Freund in der Küche.“

Cocktails & Dumplings

Dim Sum und ernst zu nehmende Cocktails landen in Wien nur selten auf derselben Karte. Im YU’S COTTAGE in der Kettenbrückengasse bringt Thin-Fu Yu seit 2025 beides zusammen. Seine Familie stammt aus Hongkong und Südchina, sein Vater steht seit seinem 16. Lebensjahr in der Küche – und Thin-Fu selbst ist ebenfalls mit 16 in die Gastronomie eingestiegen.

Die Dim Sum werden täglich im Lokal gemacht. Neben Klassikern wie Ha Gao und Siu Mai gibt es neuere Varianten und eine erfreulich große vegane Auswahl: etwa vegane Siu Mai mit Yamswurzel, Wasserkastanien, getrocknetem Rettich, Shiitake und Karotten, Sou Gao mit Gemüse, Erdnüssen und Shiitake oder Tofuhautrollen. Ergänzt wird das Ganze durch kleine Asia-Tapas und elf weitgehend selbst entwickelte Cocktails. Das Ergebnis ist weder klassisches China-Restaurant noch reine Cocktailbar – sondern ziemlich genau die Mischung, die Thin-Fu selbst bisher gefehlt hat.

Thin-Fu über …

… die Idee hinter Yu’s Cottage: Meine Familie hat Wurzeln in Hongkong und Südchina. Dumplings und Dim Sum essen wir eigentlich die ganze Zeit. In Wien gibt es mittlerweile einige Dumpling-Lokale, aber oft immer nur dieselben paar Sorten. Wir wollten mehr Auswahl anbieten: Klassiker, aber auch neuere Sachen, die etwas zeitgemäßer sind. Die Dumplings machen wir selbst. Deshalb stehen wir eigentlich jeden Tag da und produzieren.

… Dim Sum: Dim Sum ist eigentlich der Überbegriff. Hier im Westen verstehen viele darunter nur Dumplings, aber es gehören noch andere kleine Gerichte dazu. Bei uns bestellt man am besten zu zweit vier, fünf oder sechs verschiedene Sachen und teilt alles. Es ist eher wie bei Tapas. In China essen wir Dim Sum zum Beispiel auch zum Frühstück. Hier kann man sie den ganzen Tag über essen oder als kleine Vorspeise bestellen.

… Ha Gao: Ha Gao sind klassische Dumplings aus Hongkong. Die Füllung besteht hauptsächlich aus Garnelen. Für etwas Crunch kommen Wasserkastanien dazu. Manchmal findet man auch Bambus darin. Auf unserer Karte gibt es neben den klassischen Ha Gao auch eine Variante mit Bärlauch.

… die vegane Auswahl: Wir haben uns bei vielen Gerichten gefragt: Können wir das auch komplett vegan machen? Dann haben wir die Zutaten entsprechend ersetzt – und das funktioniert sehr gut. Mittlerweile kommen Leute gezielt zu uns, weil sie Yu’s Cottage als guten veganen Spot kennen, obwohl wir kein rein veganes Lokal sind. Es gibt unter anderem vegane Siu Mai, Sou Gao, Gemüse-Gyoza und Tofuhautrollen. Dazu kommen kleine Gerichte wie Tofu Balls oder Gemüse-Tempura.

… seinen Weg in die Gastronomie: Mein Vater kocht, seit er 16 ist, und hat irgendwann ein eigenes Lokal eröffnet. Als ich 16 wurde, durfte ich dort mithelfen. Neben Schule und Studium hatte ich immer wieder Jobs in der Gastronomie. Später arbeitete ich im damaligen On Market als Kellner und an der Schank. Wenn gerade weniger los war, konnte ich zur Cocktailstation hinüberschauen. So hat sich langsam mein Interesse für Cocktails entwickelt. Bei meinem nächsten Job war ich dann nur noch Barkeeper.

… Cocktails und Dumplings: Wenn ich früher Cocktails trinken war, gab es dazu meistens nur Soletti oder anderes Salzgebäck. Und wenn ich in einem asiatischen oder chinesischen Restaurant essen war, war die Getränkeauswahl oft eher nebensächlich. Deshalb wollte ich ausprobieren, wie es funktioniert, wenn man beides gut macht. Die Leute sollen hier essen und gleichzeitig gute Drinks bekommen – ohne anschließend noch das Lokal wechseln zu müssen.

… den Yu’s Oolong Tea: Das ist unser Bestseller und ein Cocktail, an dem ich einige Jahre gearbeitet habe. Die Basis ist Gin, den wir mit Oolong-Tee aromatisieren. Dazu kommen Yuzu-Likör, Zitronensaft, Oolong-Ginseng-Sirup und Yuzu-Paste. Serviert wird der Cocktail in einer Teekanne. Er schmeckt dadurch im ersten Moment tatsächlich nach Tee – nur eben mit ein bisschen mehr Spaß.

… seine Cocktailkarte: Wir haben elf Cocktails auf der Karte und konzentrieren uns vor allem auf Eigenkreationen. Dabei arbeiten wir lieber mit Spirituosen, Likören, Tee, Kräutern, Gewürzen und selbst verarbeiteten Zutaten als mit großen Mengen Fruchtsaft. Saft kann wichtig sein, aber wenn die Hälfte des Drinks daraus besteht, schmeckt er am Ende nur noch wie Fruchtsaft mit Alkohol.

… Yu’s Cottage als Cocktailspot: Mittlerweile kommen auch Gäste, die verstanden haben, dass man bei uns nicht nur gut essen, sondern auch gute Cocktails trinken kann. Manche kommen erst nach dem Abendessen auf einen Drink vorbei und bestellen dazu noch eine Kleinigkeit. Das Lokal bleibt vom Raumgefühl her ein Restaurant – aber eben eines mit einer richtigen Bar und eigenständigen Cocktails.

… gute Gastgeber:innen: Ich bin einfach sehr gerne Gastgeber. Ich mag es, wenn Menschen zufrieden sind, und frage sie auch, was gut und was vielleicht nicht so gut war. Wenn viele Gäste glücklich hinausgehen, bin ich ebenfalls glücklich. Das gilt auch für mein Team. Gute Gastgeber kann man nicht einfach mit einem auswendig gelernten Protokoll erzeugen. Man muss Leute finden, die das wirklich gerne machen.

Suppenkraft

Die SHOUKO RAMENBAR in der Spitalgasse macht Ramen, und zwar schon ziemlich lange. Inhaber Long hat sein Lokal 2018 eröffnet – nach einer Offenbarung. Ausgerechnet im chinesischen Shanghai entdeckte er das Geheimnis der japanischen Tonkotsu: eine kollagenhaltige Kraftbrühe aus Schweineknochen und Knorpeln, 24 Stunden geköchelt, mit Aromaölen versetzt und mit Ramennudeln aus japanischer Manufaktur kredenzt.

Als vegane Variante kommt der Ramen auf einer kräftigenden und geschmacksintensiven Gemüsebrühe-Basis daher. Und weil Long aus seiner Grazer Heimat auch die Liebe nicht nur zu heimischen Weinen mitgebracht hat, gibt es zu Ramen, Sushi und Wok-Gerichten auch kennerhaft ausgesuchte Tropfen im Food Pairing.  Longs Frau und ein kleines, feines Küchen- und Service-Team unterstützen ihn dabei.

Long über …

… seinen Weg zu Ramen: Ich bin immer sehr gerne gereist, vor allem nach China, Japan und Thailand. Irgendwann war ich in Shanghai in einer klassischen japanischen Ramenbar. Besonders überzeugt hat mich das Tonkotsu – der Ramen-Klassiker mit einer Basis aus Schweinebrühe. Ich bin für eine Woche nach Japan gereist und habe mir das dort vor Ort angeschaut. Als ich danach den Markt in Wien und Österreich verglichen habe, dachte ich mir: Da sollte eigentlich noch Platz für authentische Ramen sein.

… seinen Ramen-Kurs: Ein Jahr später habe ich in Sagamihara einen Ramen-Kurs absolviert. Das liegt ungefähr 45 Minuten mit dem Zug von Tokio entfernt. Dort habe ich gelernt, wie man die unterschiedlichen Brühen, Tare – also die Würzbasen – und Aromaöle herstellt. Auch die Herstellung der Nudeln wurde zumindest in der Theorie behandelt.

… die drei Suppenbasen: Wir haben eine Gemüsebrühe, eine klare Hühnerbrühe und die Schweineknochenbrühe. Die Gemüsebrühe bildet die Basis für unsere veganen Ramen mit Kürbis, Shimeji-Pilzen, Tomaten und Gemüse. Die Gemüse- und die Hühnerbrühe setzen wir ungefähr jeden zweiten Tag frisch an, das besonders aufwendige Tonkotsu zweimal pro Woche. So hat jede Variante ihre eigene Basis – und nicht einfach nur andere Einlagen.

… Tonkotsu: Tonkotsu bedeutet Schweineknochensuppe. Bei uns köchelt sie 24 Stunden lang. Dadurch bleibt die Suppe nicht klar, sondern trübt ein und wird sehr geschmacksintensiv. Tonkotsu ist eines der Aushängeschilder der japanischen Ramen-Küche.

… die Balance in der Suppe: Es ist schwierig, die richtige Balance zu finden. In der westlichen Küche kommen beim Suppenkochen normalerweise Zwiebeln, Karotten und anderes Aromagemüse dazu. Wir machen das nicht und verwenden auch keinen Ingwer oder Knoblauch für die Brühe. Wenn die Zutaten nicht frisch oder gut sind, kann eine Schweineknochensuppe unangenehm riechen. Gemüse und Gewürze könnten das überdecken. Wir wollen den eigentlichen Geschmack aber nicht verfälschen.

… seine Aromaöle: Die zusätzlichen Aromen kommen bei uns über die Öle dazu. Wir machen zum Beispiel ein eigenes Negi-Öl. Dafür kommen Jungzwiebeln, Zwiebeln und Knoblauch in Pflanzenöl und die Aromen werden langsam herausgekocht. Das Öl kommt anschließend auf die Ramen. Öl ist schließlich auch ein Geschmacksträger.

… die Ramen-Nudeln: Wir machen die Nudeln nicht selbst und verheimlichen das unseren Gästen auch nicht. Dafür braucht man spezielles Mehl und Kansui, eine basische Flüssigkeit, die den Nudeln ihre typische Konsistenz verleiht. Davon gibt es sehr viele unterschiedliche Varianten. Außerdem müssen die fertigen Nudeln einen Tag ruhen. Das braucht viel Platz, Personal und Erfahrung. Wir haben zahlreiche Hersteller ausprobiert und beziehen unsere Nudeln jetzt von einer Ramen-Manufaktur aus Japan. Sie haben einen guten Biss und nehmen die Suppe gut auf.

… seine Grazer Wurzeln: Ich bin in Graz geboren und aufgewachsen und lebe seit ungefähr zehn oder elf Jahren in Wien. Meine Eltern hatten in Graz immer ein Restaurant, das ich eigentlich hätte übernehmen sollen. Aber ich wollte etwas Eigenes machen und dafür auch in eine größere Stadt ziehen. Deshalb habe ich mich für Wien entschieden.

… sein Leben in Wien: Mittlerweile haben wir zwei Kinder, vier und zwei Jahre alt. Auch meine Schwester lebt hier und meine Eltern haben ihr Restaurant inzwischen verpachtet und sind ebenfalls nach Wien gezogen. Wien ist angenehm zum Leben: Es ist keine riesige Großstadt, aber auch nicht klein, und es tut sich immer etwas.

… den Standort im Apothekerhaus: Wir waren anfangs gewissermaßen auch Betriebskantine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus. Dafür haben wir täglich zwei oder drei Mittagsgerichte gekocht. Zu Beginn machten wir ungefähr 90 Prozent unseres Umsatzes zu Mittag. Das Abendgeschäft ist langsam gewachsen – zuerst waren es zwei oder drei Tische, dann wurden es immer mehr. Nach Corona hat sich durch das Homeoffice vieles verändert. Zum Glück hatten wir unser Abendgeschäft bis dahin bereits ausgebaut.

Hummelt eine Brumm

Bei Namensgebungen ist es so: Irgendwann fragt niemand mehr danach. Wir schon. Und die HUMMEL klingt nach Hummus und ist sympathisch – et voila!  Im Grazer Lokal von Simon Hauzenberger dreht sich alles um die Levante-Küche und ums gemeinsame Essen. Auf den Tisch kommen orientalische Gewürze, Gerichte zum Teilen und ein stadtbekannter Klassiker: warmer Bio-Feta im Sesammantel mit Honig.

Simon ist ein alter Gastro-Hase und hat schon einige Grazer Lokale mitgestaltet. Mit Anfang zwanzig eröffnete er gemeinsam mit Franz Reiter das Feierlaune im Univiertel. Später revitalisierten die beiden das Café Fotter, eröffneten das Lenz im Lend und gründeten schließlich die HUMMEL. Was die Lokale verbindet? Die Freude daran, aus einer Idee einen Ort zu machen, an dem Menschen gerne zusammenkommen.

Simon über …

… seinen Weg: Franz und ich haben schon früh gemeinsam Lokale entwickelt. Mit dem Feierlaune hat es angefangen, dann kamen das Café Fotter, das Lenz und die HUMMEL. Mich fasziniert, eine Idee umzusetzen und zu sehen, wie daraus ein Erlebnis für die Gäste wird.

… den Namen: HUMMEL leitet sich von Hummus ab. Und die Hummel als Wildbiene passt auch zu uns: Sie steht für Nachhaltigkeit und hat etwas angenehm Gemütliches.

… das Konzept: „Wir kochen Levante. Am schönsten ist es, wenn du deine Lieben mitbringst, ihr euch um einen Tisch versammelt und gemeinsam neue Geschmäcker entdeckt.

… den Klassiker: Unser warmer Bio-Feta im Sesammantel mit Honig ist mittlerweile stadtbekannt. Er zeigt ziemlich gut, was wir mögen: orientalische Aromen und Essen, das man am liebsten miteinander teilt.

Iss dich glücklich 2.0

Das VEVI  steht für VEgane Speisen aus VIetnam – und hat neben Wien jetzt auch einen Ableger in Graz. Wie in Wien ist auch hier das Konzept buddhistisch inspiriert und schöpft aus der Vielfalt der ansonsten durchaus fleischlastigen vietnamesischen Küche. Wegen des genialen Twists, Sommerrollen und Teigtaschen mit raffiniert gewürztem Tofu und  Gemüse zu füllen, wird man Schweinefleisch, Garnelen & Co nicht vermissen.

Philipp Pölzl hat die Neueröffnung begleitet, kümmert sich um Service und Organisation und ist Ansprechpartner für die Gäste. Seine Begeisterung für die asiatische Küche hat er aus fünf Jahren Arbeit in Asien mitgebracht.

Philipp über …

… seinen Weg zu VEVI: Ich habe fünf Jahre in Asien gearbeitet und dort meine Liebe zur asiatischen Küche entwickelt. Bei VEVI Graz kann ich diese Begeisterung mit unseren Gästen teilen.

… das Konzept: Wir möchten zeigen, wie abwechslungsreich und genussvoll veganes Essen sein kann. Bei uns sollen sich Menschen wohlfühlen, die sich bereits vegan ernähren – und genauso jene, die einfach neugierig auf vietnamesische Küche sind.

… eine Schale Phở: Unsere vegane Phở erzählt gut, wofür VEVI steht: eine aromatische Brühe, Reisbandnudeln und frische Kräuter. Ein vietnamesischer Klassiker, rein pflanzlich zubereitet.

… seine Rolle als Gastgeber: Ich habe die Neueröffnung mitgestaltet und kümmere mich um alles, was vor Ort für unsere Gäste zusammenkommen muss. Am Tourtag freue ich mich darauf, ihnen VEVI persönlich vorzustellen.

Duck Tales

Im Jänner 2025 hat Barista Kenan Yilmaz den DUCKS COFFEE SHOP in der Grazer Raubergasse übernommen. Kenan ist kein Mensch großer Worte und lässt sich auch nicht gerne fotografieren (das Foto ist von einer Mitarbeiterin). Er macht lieber Kaffee: Serviert wird er aus der Espressomaschine, dem Filter oder auf türkische Art, auf Wunsch auch mit Hafermilch oder als Iced Coffee.

Dazu gibt es Tee aus dem Samowar, Matcha, Green Smoothies, hausgemachte Limonaden, Frühstück, Mehlspeisen und warme Snacks. Im Falstaff Café Guide 2026 kommt das Ducks damit auf 90 Punkte – davon 37 von 40 für den Kaffee! (Falstaff)

Kenan über …

… seinen Weg: Ich arbeite gerne mit Menschen und mag ein freundliches, lebendiges Umfeld. Im Jänner 2025 habe ich das Ducks mit großer Freude und viel Liebe übernommen.

… sein Konzept: Kaffee, Kuchen und Snacks in guter Qualität.

… die Gastronomie: Sie ist einfach meine Stärke.

… sein Motto: Healthy and tasty.

Bangkok mon à Mur

Mit dem BANGKOK VIBES hat Aubed Jusuf im Herbst 2025 ein Stück Bangkok in die Grazer Hans-Sachs-Gasse gebracht. Neu in der Gastronomie ist er allerdings nicht: Bereits seit 2009 arbeitet Aubed in der Branche. 2013 begann er mit einem kleinen Imbiss, aus dem später das Easy Asia am Griesplatz entstand.

Im Bangkok Vibes setzt Aubed auf klassische thailändische Gerichte, original thailändische Produkte sowie Fleisch und Gemüse aus Österreich. Die Karte reicht von hausgemachten Thai- und Sommerrollen, Gai Sate und Suppen bis zu Som Tam Thai, Pad Thai, gebratenen Reis- und Nudelgerichten sowie mehreren Currys.

Aubed über …

… seinen Weg: Ich bin seit 2009 in der Gastronomie tätig. 2013 haben wir mit einem kleinen Imbiss begonnen, später entstand daraus Easy Asia. Heute führe ich Bangkok Vibes in der Grazer Innenstadt und setze dort den Schwerpunkt auf authentische thailändische Küche.

… den Namen: Bangkok Vibes soll ein Stück Bangkok nach Graz bringen – mit authentischer thailändischer Küche und einer entspannten Atmosphäre.

… sein Konzept: Wir kochen klassische thailändische Gerichte mit original thailändischen Produkten und verwenden auch Fleisch und Gemüse aus Österreich. Neben dem Restaurant bieten wir Platz für Gruppen, Feiern und Veranstaltungen.

… das Wirtsleben: Ich bin schon lange in der Gastronomie und arbeite gerne mit Menschen. Mir ist wichtig, dass sich die Gäste bei uns wohlfühlen, gutes authentisches Essen bekommen und gerne wiederkommen.

… seine Signature Dishes: Unsere thailändischen Currys stehen besonders für unser Konzept: aromatisch, frisch zubereitet und typisch für die thailändische Küche.

Taste & Flow

Kombinieren ist beim Essen so eine Sache. Richtiges Pairing verlangt viel Erfahrung. Im TAFLO haben sie die. Deshalb werden dann zum Beispiel Rindfleisch und Cheddar mit Tiki-Dip kombiniert. Oder Shiitake und Tomate als veganes Burger-Patty oder Karotten-Laxx mit Avocado und Erdnuss-Dip.

Hinter dem TAFLO stecken Tanja und Florian. Tanja war rund zehn Jahre in der Hotellerie tätig und verantwortete als Führungskraft drei Hotels sowie das Marketing. Florian sammelte internationale Gastro-Erfahrung. Jetzt machen die beiden eben Soulfood, ziemlich erfolgreich. Neben dem Lokal in Graz gibt es auch das Stammlokal in Bruck an der Mur. Das Motto beider Locations: Taste & Flow.

Tanja und Florian über …

… den Namen: TAFLO ist ursprünglich aus unseren beiden Vornamen Tanja und Florian entstanden. Mit der Zeit bekam der Name noch eine zweite Bedeutung: „Taste & Flow“. Taste steht für guten Geschmack und unsere Leidenschaft für gutes Essen. Flow bedeutet für uns Leichtigkeit, Weiterentwicklung und immer in Bewegung zu bleiben.

… ihre unterschiedlichen Wege: Wir bringen beide langjährige Erfahrung aus der Gastronomie mit, haben aber ganz unterschiedliche berufliche Hintergründe. Dadurch ergänzen wir uns in vielen Bereichen sehr gut. Die gemeinsame Idee war, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen für eine Weile aus dem Alltag aussteigen, gut essen und eine schöne Zeit miteinander verbringen können.

… ihr Konzept: Bei TAFLO treffen frische Zutaten und modernes Soulfood wie Burger, Bagels und Bowls.  auf kreative Drinks und ein außergewöhnliches Ambiente. Wir verzichten bewusst auf eine Fritteuse. Unser Anspruch ist nicht, einfach nur Essen zu servieren, sondern unseren Gästen eine kleine Auszeit vom Alltag zu bieten.

…die Küche: Uns gefällt es, Bekanntes neu zu kombinieren – zum Beispiel Rindfleisch und Cheddar mit Tiki-Dip, Shiitake und Tomate als veganes Burger-Patty oder Karotten-Laxx mit Avocado und Erdnuss-Dip in einer Bowl. Dazu kommen Wraps, kreative Drinks und Süßes wie Brownies oder Cookies.

… das Gastgebersein: Gastronomie bedeutet für uns viel mehr als gutes Essen. Es geht um Atmosphäre, Begegnungen und um das Gefühl, gerne wiederkommen zu wollen. Genau so einen Ort wollten wir mit unserer eigenen Handschrift schaffen.

… ihre Signature: Einen klassischen Signature Dish haben wir ganz bewusst nicht. TAFLO soll nicht über ein einzelnes Gericht oder nur über Burger, Bowls oder Bagels definiert werden. Unsere Karte darf sich verändern und weiterentwickeln. In Erinnerung bleiben soll vielmehr das Gefühl: Das war typisch TAFLO.

Lieblingsessen

Im ALBAIK im Grazer Gries-Viertel dreht sich alles um authentische syrische Küche: Neben Klassikern wie Schawarma, Spezialitäten vom Grill und knuspriges Fried Chicken gibt es auch vegane Klassiker wie Baba Ganoush, Foul, Fateh oder hausgemachtes Hummus und Falafel.

Wirt Christian hätte eigentlich Arzt werden sollen. Stattdessen macht sich der Grazer mit syrischen Wurzeln zunächst in der Studienstadt Innsbruck gastronomisch selbstständig, später eben in Graz. Warum? Weil er seinen Gästen das Essen seiner Kindheit vermitteln möchte. Verstehen wir!

Christian über …

… seinen Weg: Ich habe Medizin studiert, das Studium aber nicht abgeschlossen. Stattdessen machte ich mich in Innsbruck selbstständig. Später übersiedelte ich nach Graz und gründete dort zunächst das Restaurant Ali Baba und danach das ALBAIK.

… das Konzept: Im Mittelpunkt steht authentische syrische Küche. Wir servieren Schawarma, gegrillte Spezialitäten und knuspriges Fried Chicken. Unser großes Plus ist aber auch die breite vegane Auswahl. Syrische Aromen schmecken schließlich ganz ohne Fleisch hervorragend – zum Beispiel in Hummus, Falafel oder Baba Ganoush.

… seinen Antrieb: Mich begeistert gutes Essen. Ich wollte den Menschen in Österreich die syrische Küche vorstellen und ihnen die Gelegenheit geben, ihre Vielfalt zu entdecken.

… seine Signature Dishes: Unsere hausgemachten Falafel und das traditionelle Fateh erzählen meine syrische Geschichte. Beide stehen für ehrliche, handgemachte Küche und viel Liebe zum Original.

… die Kostprobe: Bei der Tour gibt es warme, frisch zubereitete Falafel. Sie werden à la minute gemacht.

Würstler:in

Mike Lanner ist in Wien eine sichere Bank für Projekte, wo zunächst alle den Kopf schütteln. Der WIENER WÜRSTELSTAND ist auch so eines: Bio-Imbiss, Musiklocation und gesellschaftliches Experiment zugleich. 2019 aus einer „Schnapsidee“ geboren und umgesetzt – lange vor der Renaissance als Weltkulturerbe. Zunächst übernimmt Mike als selbst ernannte Würstler:in den ersten Stand in der Pfeilgasse. 2023 kommt der zweite Standort bei der U4-Station Spittelau dazu. Dort wird inzwischen an bis zu fünf Abenden pro Woche aufgelegt oder live gespielt.

Auch bei der Wurst geht Mike weiter als andere: Das Bio-Fleisch kommt direkt von zwei Bauern, darunter der Schreckbauer aus Mikes Salzburger Heimat. Von Anfang an dabei: das vegane Bio-Austernpilzwürstel, gemeinsam mit den Wiener Stadtbauern von Hut & Stiel entwickelt. Es steckt unter anderem in der veganen Bosna, die längst zu den beliebtesten Produkten zählt.

Ziel war und ist es, den „hypermaskulinen Schweinefleischpalast“ von einst für Menschen zu öffnen, die sich dort bisher nicht willkommen fühlten – mit veganen Angeboten, FLINTA-Acts und Awareness-Arbeit.

Mike über…

… sich: Mein Name ist Mike Lanner und ich bin Würstlerin in erster Generation. Ich bin gebürtiger Salzburger, zum Studieren nach Wien gekommen und hier hängengeblieben. Ich bin seit über 20 Jahren selbstständig und habe schon alles Mögliche gemacht. Seit 2019 bin ich Würstler:in.

… seine Vorgeschichte: Was sich durch meine unternehmerischen Tätigkeiten zieht, ist eine ökosoziale Tangente. Ich habe davor Gebrüder Stitch gemacht, Bio-Jeans „made in Vienna“. Im Zuge dessen haben wir auch die Vollpension gegründet, bei der es darum geht, pensionierten Frauen sinnstiftende Tätigkeiten zu geben. Und ich habe Zum Gschupftn Ferdl betrieben, einen Bio-Bobo-Heurigen mit Musik. Diese Kombination aus guten Speisen und Getränken, Musik und dem Zusammensitzen mit Leuten, die man nicht kennt, hat mir immer gefallen.

… das Ende seiner ersten Gastro-Karriere: 2016 hatte ich ein Burnout und habe zwei Jahre gar nichts gemacht. Danach war mir klar, dass ich wieder selbstständig sein möchte. Gleichzeitig hatte ich mir geschworen: nie wieder Gastro. Beim Gschupftn Ferdl ist oben viel Geld reingepurzelt und unten nichts mehr rausgekommen. Ich hatte mir den eingebrockt und wollte ihn ausbauen. Daran bin ich mental fast zerbrochen.

… die Schnapsidee: Zwei Jahre später habe ich darüber nachgedacht, dass es immer weniger Würstelstände gibt und das eigentlich niemanden interessiert. Gleichzeitig ist der Würstelstand ein niederschwelliger, barrierefreier Platz im öffentlichen Raum. Das finde ich cool. Dazu kam noch die Bio-Tangente. Ich habe meinem Freund Stevie Sengl davon erzählt, und wir haben gegoogelt, wo man einen Würstelstand kaufen kann.

… den ersten Stand: Wir haben den Vorbesitzer in der Pfeilgasse getroffen, und zwei Monate später hat uns der Würstelstand gehört. Ursprünglich wollten wir nur die Marke und das Sortiment entwickeln und uns um die Lieferantinnen kümmern. Eine Gastronomin sollte den Stand für uns betreiben. Wir haben aber niemanden gefunden. Irgendwann habe ich gesagt: Ich werde jetzt für sechs Monate Würstlerin, sperre den Stand auf und schaue, wie es geht. Jetzt sind mehr als sechs Jahre vergangen.

… seine Würstel: Wir haben drei Jahre lang versucht, Würstel nach dem Motto „Weniger ist mehr“ zu produzieren. Es sollten nur Gewürze, Salz, Wasser und Fleisch drinnen sein und sonst nichts. Wenn du dir im Supermarkt ein Wurstpackerl anschaust, findest du oft mehrere E-Nummern, Zucker, Nitrit, Phosphat und alles Mögliche. Wir waren schon immer biozertifiziert, wollten aber noch eines draufsetzen. Daran haben wir wirklich drei Jahre lang herumgeschissen. Alle Fleischer haben gesagt, das geht nicht.

… die Fleischproduzenten: Am Ende sind wir in der Wertschöpfungskette immer weiter nach vorne gegangen und haben begonnen, selbst wursten zu lassen. Heute haben wir nur noch zwei Fleischlieferanten. Das sind Bauern und Bio-Fleischproduzenten, die sehr konsequent arbeiten, mit Schweinemast auf der grünen Wiese, eigener Zucht und eigenem Futteranbau. Der eine ist unser Bio-Saubauer Andreas Seiser aus Ternitz. Der Schreckbauer aus Bischofshofen macht unter anderem Rind, Bio-Wagyu, Pute und Lamm.

… kantige Ideen: Ich brauche Projekte, bei denen sich die Leute an den Kopf greifen und sagen: Das ist völlig gestört. Bei Gebrüder Stitch war es genauso. Zu einer Zeit, in der die Textilindustrie längst aus Österreich abgewandert war, haben wir gesagt: Nein, wir produzieren nachhaltige Jeans in Wien. Beim Würstelstand war mir Bio irgendwann auch nicht mehr genug. Dann kam das vegane Thema dazu, und inzwischen beschäftigen wir uns besonders intensiv mit sozialen Fragen.

… den hypermaskulinen Schweinefleischpalast: Wir stecken viel Energie in die sozialen Aspekte und wollen möglichst vielen Menschen das Gefühl geben, dass sie am Wiener Würstelstand willkommen sind. Das bedeutet, ein Stück weit wegzugehen vom hypermaskulinen Schweinefleischpalast und den Würstelstand für andere Menschen zu öffnen. Wir haben ein FLINTA*-Musikfestival gemacht und arbeiten an weiteren Formaten. Wir wollen Menschen hierherbringen, die sich an einem klassischen Würstelstand sonst nicht unbedingt wohlfühlen.

… Safer Spaces: Safe Space würde ich nicht sagen. Wir sind bestenfalls ein Safer Space. Aber wir bemühen uns und beschäftigen uns mit Awareness-Themen. Bei großen Veranstaltungen gibt es Menschen, die sich um Erste Hilfe, Konflikte oder Situationen kümmern, die für jemanden unangenehm sind. Trotzdem passiert auch bei uns immer wieder etwas, das wir im Nachhinein besprechen müssen. Dann geht es darum, daraus zu lernen und auch zu sagen: Sorry, wir hätten in dieser Situation mehr tun können.

… eine besondere Rückmeldung: Eine Transperson war einmal eine ganze Nacht bei uns und hat nachher gesagt, dass es für sie sonst nie eine Option gewesen wäre, nachts zu einem Würstelstand zu gehen. Als Transperson macht man dort regelmäßig Gewalterfahrungen. Das muss nicht immer körperliche Gewalt sein, oft sind es zumindest depperte Sprüche. Solche Rückmeldungen zeigen uns, warum es wichtig ist, den Würstelstand bewusst zu öffnen.

… die Spittelau: Als wir 2023 aufgesperrt haben, war das hier ein Nicht-Ort: viel Beton, wenig Grün, dazu der Geruch von der Fernwärme und den Müllautos. Ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass daraus eine Location werden kann, an der man feiern kann – ein Partywürstelstand. Gerade weil es keine direkten Nachbarinnen gibt.

… das ausbleibende Scheppern: Ich habe mir gedacht: Wir haben ein Produkt, das funktioniert, ein Klientel und eine Marke. Wir sperren hier auf, erzählen den Leuten davon, und dann scheppert es. Aber dieses Scheppern hat lange nicht stattgefunden. Die Leute sind mit Scheuklappen an uns vorbeigelaufen, und ich habe neidisch zum chinesischen Nudel- und Sushi-Stand nebenan geschaut, weil dort viel mehr los war.

… Radlgruppen und Musik: Ich habe irgendwann jeden Radlshop und jeden Radlverein in Wien angeschrieben und Spezialangebote gemacht. Das ist nichts, was von heute auf morgen funktioniert, sondern über die Zeit wächst. Genauso war es mit Live-Musik und DJ-Sets. Ich kannte die junge, alternative Wiener Musikszene nicht. Wir haben viel Energie hineingesteckt, Leute zu finden, die gesagt haben: Cool, dort spiele ich.

… den Würstelstand als Eventlocation: Mittlerweile gibt es im Sommer an bis zu fünf Abenden pro Woche DJ- oder Live-Musik-Programm. Im Winter machen wir freitags und samstags eine Art Outdoor-Rave. Wir sind wahrscheinlich ein bisschen mit dem B72 oder dem Chelsea vergleichbar. Tagsüber plätschert das Geschäft oft dahin. Abends stehen wir plötzlich zu fünft drinnen, drei oder vier Stunden lang scheppert es, und danach wird wieder abgebaut. Dieses Eventgeschäft trägt den Standort inzwischen.

… das wirtschaftliche Risiko: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Beim Stand in der Spittelau ist der Knopf mittlerweile aufgegangen, aber davor haben wir drei Jahre lang Geld verbrannt. Obwohl sich das Geschäft heuer sehr gut entwickelt hat, sind wir liquiditätsmäßig noch immer schlecht aufgestellt. Ich würde nicht sagen, dass wir schon über den Berg sind. Ich habe immer daran geglaubt, dass dieser Standort mehr Potenzial hat als die Pfeilgasse. Wir mussten es nur aussitzen. Heuer hat es angefangen zu scheppern.

… die Arbeit am Stand: Wenn jemand kurzfristig krank wird oder wir personell knapp sind, stehe ich selbst drinnen. Das macht mir Spaß und ist wichtig, weil wir ein großes Team haben, in dem viele nur zehn bis 15 Stunden pro Woche arbeiten. Teamführung und interne Kommunikation sind eine echte Herausforderung. Da hilft es total, wenn man selbst am Stand steht und weiß, was Sache ist.

Fülle & Hülle

Auf den ersten Blick ist das DO&MI in der Neustiftgasse nur ein weiteres kleines Wok-Lokal für Sushi, Maki, und verschiedene asiatische Vorspeisen wie Gyoza oder Edamame – mit vielen Bildschirmen und bunten Bildchen. Doch Inhaberin  Zhu Xu hat daraus fast ein kleines Grätzl-Treff gemacht.

Seit November 2025 kocht die frühere Lehrerin Gerichte aus ihrer Heimatstadt in China. Ihre Gäste sind Schüler:innen, Menschen aus den umliegenden Büros und Nachbar:innen. Zhu freut das besonders: Sie kocht leidenschaftlich gerne – und möchte vor allem, dass es ihren Gästen schmeckt.

Zhu über …

… DO&MI: Das Lokal gibt es seit November 2025. Am Anfang waren noch weniger Leute da, inzwischen kommen viele Schüler:innen, Mitarbeiter:innen aus der Umgebung und freundliche Nachbar:innen. Es wird immer besser. Wir möchten jetzt erst einmal hierbleiben und keine weiteren Lokale eröffnen.

… ihre Küche: Ich koche chinesische und asiatische Gerichte, viele davon aus meiner Heimatstadt in China. Ich kann hier interessante Gerichte zubereiten und dafür sorgen, dass sie gut schmecken. Ich liebe diese Arbeit und gehe jeden Tag gerne ins Lokal.

… ihren Weg nach Wien: Ich lebe seit sieben Jahren in Wien, mein Mann schon seit rund 20 Jahren. Kennengelernt haben wir uns aber bereits in unserer Heimatstadt in China.

… ihre frühere Arbeit: Bevor ich nach Wien gekommen bin, war ich in China Chinesischlehrerin. Ich mag Kinder und habe gerne jeden Tag mit ihnen gelernt und gespielt.

… ihre Familie: Unsere beiden Kinder sind in Wien geboren und sprechen vor allem Deutsch. Zu Hause versuchen wir, mit ihnen auch ein bisschen Chinesisch zu sprechen. Zwei Sprachen zu können, ist schließlich etwas Schönes.

Dreierlei Sichuan mit Scharf

Mit dem Chili & Pfeffer, dem Chili & Pepper Hotpot und dem Sichuan Ravioli betreibt Nan Du gemeinsam mit seinem Partner mittlerweile drei Lokale in Wien. Jedes davon zeigt eine andere Seite der Küche Sichuans: klassische Gerichte, gemeinsames Kochen am Hotpot und handgemachtes Streetfood.

Was sie verbindet, ist die Balance aus Chili, Sichuanpfeffer und vielen weiteren Gewürzen. Denn Sichuan-Küche soll intensiv schmecken, sagt Nan Du – aber nicht einfach nur scharf sein.

Chili & Pfeffer: der Klassiker

Den Anfang machte das Chili & Pfeffer in der Schottenfeldgasse. Hier stehen unterschiedliche Gerichte aus Sichuan im Mittelpunkt, deren Schärfe auf Wunsch angepasst werden kann. Chili kommt dabei nicht nur frisch oder getrocknet zum Einsatz, sondern auch fermentiert und in hausgemachten Saucen.

Nan Du achtet zugleich auf die Qualität der Grundprodukte. Die Feldgurken für den beliebten Gurkensalat bezieht er etwa von einem Bauern aus dem Burgenland: morgens geliefert, mittags bereits im Lokal.

Chili & Pepper Hotpot: gemeinsam am Tisch

Im Chili & Pepper Hotpot in der Burggasse wird seit 2023 direkt am Tisch gekocht. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Fleischsorten, Gemüse und Tofu, die nach und nach in der würzigen Brühe landen.

Für Nan Du ist Hotpot weit mehr als ein Gericht. In China gehört er zum gemeinsamen Essen mit Familie und Freund:innen: Man sitzt lange zusammen, teilt und bereitet sich genau das zu, worauf man gerade Lust hat. Dieses Familiengefühl möchte er auch in Wien vermitteln.

Als Erweiterung ist ab Oktober zusätzlich chinesisches Tisch-Barbecue geplant. Die dafür notwendigen Abzüge sind bereits direkt bei den Tischen eingebaut.

Sichuan Ravioli: Streetfood beim Naschmarkt

Das jüngste der drei Lokale ist das Sichuan Ravioli an der Rechten Wienzeile. Hier dreht sich seit 2025 vieles um handgemachte chinesische „Ravioli“: dünne Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen, serviert in Suppe oder mit verschiedenen Saucen.

Dazu kommen hausgemachte Nudeln und eine kleine Auswahl kalter Vorspeisen. Die Idee dahinter ist bewusst unkompliziert: traditionelles Streetfood aus Sichuan, frisch zubereitet und mitten in Wien.

Nan Du über …

… seinen Weg: Ich bin 2004 nach Wien gekommen und habe an der WU studiert. Danach habe ich in verschiedenen Gastronomiebetrieben gearbeitet und viel Erfahrung gesammelt. Irgendwann habe ich gemeinsam mit meinem Partner das Chili & Pfeffer eröffnet. Heute sind es drei Lokale.

… die Sichuan-Küche: Chili und Sichuanpfeffer sind zwei sehr wichtige Gewürze. Aber es geht nicht darum, dass ein Gericht einfach nur scharf ist. Die verschiedenen Gewürze und Saucen müssen eine gute Balance ergeben.

… gemeinsames Essen: In meiner Familie saßen früher oft mehr als 20 Menschen gemeinsam am Tisch – mit Tanten, Großeltern und Kindern. Dieses Familiengefühl ist für mich bis heute sehr wichtig. Beim Hotpot kann man genau das erleben: Alle sitzen zusammen und teilen das Essen.

… drei Lokale: Schon ein Lokal bedeutet viel Arbeit. Bei drei Lokalen muss ich mich um Buchhaltung, Kontrollen, Reparaturen, Personal und den Service kümmern. Mein Partner ist vor allem für die Küchen verantwortlich. Trotzdem sind wir beide fast jeden Tag in mehreren Lokalen unterwegs.

… österreichisches Frühstück: Ich liebe ein großes österreichisches Frühstück mit verschiedenen Broten, Käse, Marmelade, Schinken und Spiegelei. Der ganze Tisch ist vollgestellt – eigentlich ist das dem gemeinsamen Essen in China gar nicht so unähnlich.